Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 16 (1904)
- Issue
- 1 (1.1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 44 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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44 zeichneten jüdischen Statistiker Josef Jacobs und Dr. Cyrus Adler gesichert ist. eine erfreuliche Entwicklung erfahren wird. Nach dem irn Jewish Chronicle (Nr. H) näher entwickelten Plane des Initiators soll die American Jewish Statistical Society neben einem Zentralbureaux in New-York Sektionen in Boston, Philadelphia, Baltimore. New-Orleaus, Cincinnati, St. Louis, Chicago, San Francisco und Montreal eröffnen. Auch in Nordamerika wird die jüdische Statistik selbstständige Erhebungen vornehmen müssen, da der Staat bei seinen Aufnahmen den konfessionellen Gesichtspunkt nicht ins Auge fasst. * * * Um diese grosse Erschwerung, mit der die jüdische Statistik auch in anderen Ländern, wie Frankreich und Italien zu kämpfen hat, in Zukunft zu beheben, regte der Vorsitzende des Vereins für jüdische Statistik, Dr. Alfred Nossig, auf dem im September d. J. zu Berlin abgehaltenen Internationalen Statistischen Kongress die Idee an, dass das Internationale Statistische Institut die Regierungen der betreffenden Länder beeinflussen möge, bei den nächsten Zählungen die Frage nach der Konfession zu stellen. Die in Deutschland und Oesterreich gemachten Erfahrungen beweisen es, dass das Publikum die diesbezügliche Frage keineswegs als Belästigung empfindet und in immer zahlreicheren Fällen beantwortet. Auf Antrag des Vereins für jüdische Statistik wiid diese auch vom allgemein wissenschaftlichen Standpunkte äusserst wichtige Reform auf die Tagesordnung des nächsten Statistischen Kongresses gestellt werden. Nach der in der statistischen Literatur vorherrschenden Stimmung ist eine Befürwortung dieser entscheidenden Reform seitens des Kongresses bestimmt zu erwarten. * * * Die Berliner Zentrale des Vereins für jüdische Statistik sowie seine auswärtigen Sektionen setzen zur Zeit die Arbeit an der Bibliographie der jüdischen Statistik fort, gleichzeitig aber wurde schon das Exzerpieren der Quellen und das Sammeln aller bis jetzt vorhandenen Materialien zur jüdischen Statistik begonnen. Da bei dieser Arbeit auch die jüdischen Zeitschriften in Betracht kommen, so ergeht hiemit an alle Freunde der jüdischen Statistik die dringende Bitte, den Sektionen des Vereines frühere Jahrgänge jüdischer Zeitschriften (etwa von 1890 an), die etwa in ihrem Besitze sind, sowohl wie fortlaufende Exemplare der von ihnen abonnierten Blätter nach der Lektüre für die Zwecke der statistischen Arbeiten abtreten zu wollen, Sie werden damit der Sache der jüdischen Statistik einen erheblichen Dienst leisten. Ferner fordert der Verein Herren und Damen, welche für jüdische Statistik Interesse haben und über einige freie Zeit verfügen, auf. sich seinen Arbeitsgruppen anzuschliessen und insbesondere an der Durchsicht der Zeitschriften teilzunehmen. Es ist dies ein Teil der Arbeit, welcher sehr zahlreiche Kräfte erf rdert. von diesen jedoch ohne specielle Vorbereitung und ziemlich mühelos geleistet werden kann. Es sei hier betont, dass der Verein für jüdische Statistik auf rein wissenschaftlichem Boden jenseits aller Parteien steht und dass sich daher hier Mitglieder aller anderen jüdischen Herren- und Damenvereine zur gemeinsamen Arbeit zusammenfinden können. * * * Im Beginne des Jahres 1904 wird eine Allgemeine Mitgliederversammlung des Vereins für jüdische Statistik in Berlin stattfinden, zu welcher auch die auswärtigen Koiporationen, welche dem Verein als Mitglieder beigetreten sind, Vertreter zu designieren berechtigt sein werden. Datum, Ort und Tagesordnung der Versammlung werden noch bekanntgegeben werden. Initiativanträge können schon jetzt der Berliner Zentrale (Berlin-Halensee) eingeschickt werden. An dieselbe werden auch die Spenden und Mitgliedsbeiträge (6 Mark jährlich) adressiert. Petersburg. (Russische Justiz.) Der Kischeuewer Prozess, dessen Enthüllungen trotz der Ausschliessung der Oeffentlichkeit vielen bekannt geworden sind, hat auch die trägsten Gewissen aufgerüttelt, selbst streng konser-