Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 16 (1904)
- Issue
- 1 (1.1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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25 der Hautfarbe und dem Haare nach an den Neger erinnern, während sie ihrer Gesichtsform nach zur mittelländischen Easse gehören und ihrer Religion nach Juden sind. In Indien gibt es sowohl weisse als schwarze Juden. Von den körperlichen Eigentümlichkeiten der Juden des Orients entwirft ein englischer Forschungsreisender folgende Schilderung: „Ich will hier noch den bemerkenswerten Umstand erwähnen, dass unter den Juden des Orients rötliches Haar und blaue Augen, kombiniert mit einer feinmodellierten geraden Nase, sehr häufig vorkommen; durch diese Eigentümlichkeiten unterscheiden sie sich von der überwiegenden Mehrzahl ihrer europäischen Glaubensgenossen. Die Kinder im heutigen Jerusalem fallen auf durch ihren hellen, rosigen Teint . . . Die gekrümmte Nase, die bei den Juden des'Occidents die Regel bildet und die im allgemeinen auch ein Charakteristikum der nichtisraelitischen Bevölkerung des heutigen Syriens darstellt, ist den heutzutage in Judäa wohnenden Juden fremd und scheint auch in alter Zeit dort nicht allzu häufig vorgekommen zu sein." F. Maurer sagt in seinem Werke „Reise durch Bosnien" von den bosnischen Juden: „Das AVunderbarste an ihnen ist jedenfalls die Physiognomie, welche nur ausnahmsweise orientalisches Gepräge zeigt. Sie haben mehr runde als ovale Gesichter, breiten Mund mit schmalen Lippen, grosse Stumpfnasen, die oft eingedrückt sind . . . Augen und Haare sind meist dunkel, doch kommen auch Blauäugige, Blond- und Rotköpfe vor." Mit Recht sagt M. Alsberg in seiner Schrift „Die Rassenmischung im Judentum": „Es unterliegt keinem Zweifel, dass gewisse körperliche Eigentümlichkeiten und Besonderheiten der Organisation, welche uns bei den heutigen Juden entgegentreten, keineswegs als eigentümliche Rassencharaktere aufzufassen, sondern vielmehr im wesentlichen auf die sozialen Verhältnisse, auf die isolierte Stellung, in der sich die Juden Jahrhunderte hindurch befunden haben, und auf den Druck, der solange auf ihnen lastete, zurückzuführen sind." Es ist die Erinnerung an das Ghetto, welche dem jüdischen Wesen viel mehr anhaftet, als alle angeblichen Rassencharaktere. Aber nicht nur gibt es unter den Juden mehrere ganz verschiedene Typen, sondern der sogenannte „jüdische Typus1' findet sich nicht blos bei den Juden, wie namentlich C. H. Stratz in seiner kürzlich erschienenen Studie „Was sind Juden?" sehr anschaulich gezeigt hat. Man hat denselben Typus, welchen wir als „jüdischen Typus" zu bezeichnen pflegen, wiederholt bei den Japanern gefunden; aber auch bei den Todas in Indien, bei den amerikanischen Indianern, bei den Indonesiern und Papuas, ja sogar bei den Kaffern in Afrika. Wenn wir es mit den Begriffen „Rasse" und „Volk" ernst nehmen, so sind die Juden heutzutage weder eine Rasse, noch ein