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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1903-12-01 · 12 (12.1903) · p. Seite 15

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
15 (1903)
Issue
12 (12.1903)
Date
1903-12-01
Page
Seite 15 (sequence 18)
Language
German
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15 mordes liefern wolle, da ferner in der öffentlich gemachten Behauptung der Existenz eines jüdischen Ritualmordes eineB eschimpf ung der jüdischen Religionsgeselischaft zu erblicken ist, dass sohin Sebastian Osterrieder eines Vergehens gemäss §166 des St.-G-.-B., - begangen durch die Presse, dringend verdächtig erscheint, dass die beschlagnahmten Prospekte und Karten als Beweismittel für die Untersuchung gegen etc. Osterrieder von Bedeutung sind und gemäss §§ 40, 51 des St.-Gr.-B. der Einziehung unterliegen, dass sohin gemäss §§ 99, 98 der St.-P.-O. das Amtsgericht München I die Beschlagnahme der Prospekte und Karten in der oben angegebenen Ausdehnung mit Recht angeordnet hat, wird gemäss §§ 346. 348, 351, 496, 505 d. R.-St.-P.-O. beschlossen : die Beschwerde des Sebastian Osterrieder gegen den Beschluss des kgl. Amtsgerichts München I vom 27. Oktober 1903 wird als unbegründet verworfen und fallen die Kosten des Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer zur Last." Gez. die Landgerichtsräthe: Erhard. Walter und Gäbhard. Ein Protest gegen den Boykott. Die Zwittauer jüdischen Kaufleute haben durch unser Rechtsschutzbureau folgende Eingabe an den Ministerpräsidenten als Leiter des Justizministeriums gerichtet: „Euere Exzellenz! Trotz aller entgegenstehenden Entscheidungen des Obersten Gerichtshofes wird in der antisemitischen Presse christlich-sozialer und deutschnationaler Couleur die Aufreizung zum Boykott gegen jüdische Geschäftsleute lustig und unbehindert weiterbetrieben. In der Beilage beehren wir uns, Euerer Exzellenz die Nummer 48 der „Zwittauer Nachrichten" vom 28. November 1903, sowie ein von den christlichen Kaufleuten von Zwittau verlegtes Flugblatt zu unterbreiten. In der erwähnten Zeitungsnummer wird eine Rubrik angekündigt, in welcher alle jene namentlich veröffentlicht werden sollen, die ihren Bedarf bei jüdischen Firmen decken, und es wird ausdrücklich gefordert, dass das Publikum nicht bei der „jüdischen Konkurrenz" kaufe. In dem Flugblatte „Zwiegespräch" wird mit fetten Lettern betont, dass die Leute sich in jüdischen Geschäften schon oft genug betrogen haben, dass genug Beweise aus der letzten Zeit von unreellen jüdischen Geschäften bekannt seien und dass man sich schämen müsse, von einem Christen ge-. sehen zu werden, wenn man aus einem Judengeschäfte herausgehe

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