Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 15 (1903)
- Issue
- 10 (10.1903)
- Date
- 1903-10-01
- Page
- Seite 17 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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17 versteckte sich in dem benachbarten Hause des Eisenhändlers Jupiter unter einer Bank in der Kammer und bedeckte sich mit einem Strohsack und mit Bettkissen. Die Bauern stürmten ihm nach, an ihrer Spitze — wie Aba Eisenberg und andere Zeugen mit Bestimmtheit aussagen — der Finanzwach-Oberaufseher Eduard Skalski in Uniform, der die Bauern unausgesetzt haranguierte und mit blankem Säbel in den Strohsack und in andere Gegenstände hineinstach, um Aba Eisenberg ausfindig zu machen. Da sie Aba Eisenberg nicht fanden, enttrugen die Bauern aus dem Geschäfte des Jupiter eine Anzahl Eisenstangen und auch eine schwere Brechstange, zertrümmerten Fenster und Türen und setzten nun das Zerstörungswerk auch an anderen Orten fort. Die Menge wälzte sich zu dem Hause des Schusters Leiser Burg, bei welchem der Schuhmachergehilfe Rachmil Nier aus Sadagora arbeitete. Nach den Berichten der Augenzeugen waren es hier viele Hunderte von Bauern, welche mit Eisenstangen. Prügeln und auch einer Heugabel eindrangen, nachdem sie das Haus mit Steinen in der Grösse eines Kindskopfes bombardiert hatten. Auch hier stellte sich der Finanzwach-Oberaufseher S k a 1 s k i und mit ihm der Gemischt Warenhändler Michael Krzywiecki an die Spitze der Exzedenten. Leiser Burg gibt an, dass insbesondere S k a 1 s k i mit blankem Säbel auf den Tisch sprang und den Bauern zurief: „Bejte!" (Schlagt zu!) und dass Krzywiecki dem Rachmil Nier mit der Faust Stösse in die Brust versetzte. Schon vorher hatte S k a 1 s k i auch im Hause des Leiser Burg nach Aba Eisenberg gesucht, indem er mit dem Säbel die Strohsäcke durchstach. Als Rachmil Nier sich angstvoll hinter dem Tische versteckt hatte, auf welchem Skalski stand und diesem zurief: „Herr Oberaufseher! Man schlägt mich tot!" rief Skalski: „Kusch! Oder ich fetze Dich durch!" Rachmil Nier wurde schwer verwundet und entging nur dadurch dem Tode, dass im kritischesten Augenblicke der Gemeindesekretär Karl Hübscher erschien, welcher Rachmil Nier für verhaftet erklärte und ins Gemeindeamt abführen liess. Ein anderer Bauernhaufe war mittlerweile auf dem Marktplatze dem Oekonomiepächter Jüdel Karpel aus Hyncze begegnet. Auch er wurde durch Stockhiebe fürchterlich zugerichtet. Ein Bauer versetzte ihm mit einer Heugabel einen Stich unter das linke Auge, man warf ihn zu Boden, trat ihn mit Füssen und schlug ihm sämtliche Zähne des Oberkiefers aus. Der 18jährige Schuhmachergehilfe Mordko Burg war im Begriffe, vom Viehmarkt nachhause zu gehen, wo er ein Paar Stiefel verkauft hatte. Da sah er einen Bauernhaufen sich entgegenkommen, blieb verblüfft stehen und bekam von rückwärts mit einem eisenbeschlagenen Stück Holz, das als Wagenstütze