Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 15 (1903)
- Issue
- 10 (10.1903)
- Date
- 1903-10-01
- Page
- Seite 14 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/9756662-9602757-9602988--0842-9603004- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
14 Häusern aufhielt. Sie verteidigte sich in ihren Wohnungen gegen die Angriffe, und bei dem sich entwickelnden Kampfe seien, so meldet das genannte Blatt, dreihundert Juden und hundert Bauern getötet worden. Die Polizei griff zwar ein, war jedoch gegen die Menge der ..Kazapen", d. h. der bessarabischen russischen Bauern, die sich zum Kampfe gegen die Juden organisiert hatten, vollkommen machtlos. Die Stadt Mohilew hat eine Einwohnerschaft von fast 50.000 Einwohnern, darunter die Hälfte Juden, da diese Stadt im sogenannten xlnsiedlungsrayon liegt. Man weiss in der Bukowina, dass in der letzten Zeit unter den kleinrussischen Bauern eine grosse Agitation gegen die Juden in den Städten sich entfaltete. Mitteilungen der „Oesterreichisch- Israelitischen Union". Gommercialratb Sigmund Neustadt!. 'Am 13. September d. J. verschied in Wien nach kurzem Leiden unser langjähriger Beirat, Herr Commercialrat Sigmund Neustadt 1. Wir betrauern in dem Dahingegangenen einen treuen und hingebungsvollen Freund der „Oesterreichisch-Israelitischen Union", dessen Herz warm für alle bedrängten Glaubensgenossen schlug. Als vor Jahren die umfangreichen Agenden des Kechtsschutzbureaus die bescheidenen Hilfsquellen unseres damals noch an Mitgliederzahl beschränkten Vereines vollständig aufgezehrt hatten, war es der kluge und erfahrene Rat Neustadtl's, der die „Union" aus einer peinlichen Situation befreite. Der Verstorbene war auch Vorstandsmitglied des Tempelvereines im IX. Bezirke und sass in der Leitung zahlreicher anderer humanitärer Institute. Bei dem am 15. September stattgefundenen Leichenbegängnisse erwies die „Oesterreiehiseh-Israelitische Union" dem Verblichenen durch ihren Vizepräsidenten Herrn Sigmund Mayer die letzte Ehre. An jene P. T. Mitglieder, welche den ihnen zugesendeten „Union-Kalender pto 1903/4" behalten, aber noch nicht bezahlt haben, richten wir das dringende Ersuchen, in Anbetracht des gemeinnützigen Zweckes den Preis von K 1.60 so bald als möglich mittelst Posterlagscheines oder Postanweisung an unser Bureau, Wien, L, Dorotheergasse 12, einzusenden. Im Vorjahre sind 1000 Exemplare des Kalenders weder zurückgeschickt noch bezahlt worden. Das ist eine Schädigung der Vereinsinteressen, die heuer hoffentlich