Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 15 (1903)
- Issue
- 8 (August/September 1903)
- Date
- 1903-08-01
- Page
- Seite 7 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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7 kann meiner Meinung nach durch weniger drastische Massnahmen gemildert werden." Die liberale „Daily News" schliesst an den Bericht folgende Bemerkung: ,.Der Bericht ist nützlich, weil er uns daran erinnert, dass viele der Ausländer, welche hier eine Zuflucht suchen, der Bedrückung entfliehen, die das Los der Juden in Galizien, Russland und Rumänien ist. Anstatt der Bedrückung mit Bedrückung zu begegnen, würde es besser sein, in die beteiligten Staaten zu dringen, eine Konferenz zur Besprechung der Judenfrage in Europa einzuberufen, um zu einer Verständigung darüber zu gelangen, welche Freiheiten dieser unglücklichen Rasse gewährt werden sollten. Könnte England nicht die Initiative zu einem solchen Werke ergreifen?" Nach dem bisherigen Verhalten Englands gegenüber den Judenverfolgungen in Rumänien und Russland ist eine solche Energie auch von den Vertretern des britischen Volkes kaum zu erwarten. Mitteilungen der „Oesterreichisch - Israelitischen Union". Der „Union-Kalender'1. Soeben erschien der neue Jahrgang 5664 (1903/4) des von der „Oesterreichisch-Israelitischen Union" herausgegebenen „Kalenders für Israeliten". Auch dieser Jahrgang weist wesentliche Verbesserungen und Ergänzungen auf. Dem kalendarischen Teile wurde die grösste Sorgfalt gewidmet. Der Schemat i sehe Teil erweist sich durch die Vollständigkeit und Aktualität der Daten, betreffend die österreichisch-ungarischen Kultusgemeinden, ihre Vorstehungen, Funktionäre und rituellen Institutionen, als ein unentbehrliches Hilfs- und Nachschlagebuch. Auch dem jüdischen Vereins wesen wurde die grösste Sorgfalt gewidmet. Neu aufgenommen erscheinen die politischen Israeliten-Gemeinden Mährens mit ihren Funktionären und alle zionistischen Vereinigungen Oesterreichs. Der literarische Teil bringt höchst interessante Reise- Erinnerungen des jüngst nach Wien berufenen Rabbiners Herrn Dr. D. Feuchtwang unter dem Titel „Holländisches Judentum" und eine spannende Erzählung ,,J o s u a D o r n" aus der alten Ghettozeit, vom Direktor des Wiener Blindeninstitutes Herrn S. Heller. Die handliche Form und die elegante Ausstattung des Kalenders werden auch diesmal gewiss vollen Anwert finden. Der billige Preis (K T60) ermöglicht auch dem Minderbemittelten die Anschaffung. Der Kalender ist durch das Bureau der „Oesterreichisch-Israelitischen Union", Wien, I., Dorotheergasse 12, sowie durch alle Buchhandlungen zu beziehen.