Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 15 (1903)
- Issue
- 7 (7.1903)
- Date
- 1903-07-01
- Page
- Seite 19 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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19 dieses Eechtes verweigert. Es wäre nun Sache der politischen Behörden, der väterlichen Gewalt des I. N. Eeiss Achtung zu verschaffen. Bei dem schleppenden Tempo, in welchem galizische Behörden solche Dinge zu erledigen pflegen, ist jedoch zu besorgen, dass mittlerweile die Kinder wieder unauffindbar werden. Wieder eine Entführung ins Kloster. Aus Neu-Sandec wird uns unter dem 6. Juli geschrieben: Der Bauernbursche Wojciech Dudzik aus M e c i n a bei Limanowa hat die 15jährige Tochter Gitel des Dorfkrämers Abraham Schein aus Rocmierowa bei Neu-Sandec entführt und dieselbe zur Mitnahme eines Barbetrages von K 1100 verleitet. Gitel Schein wurde ins Frauenkloster in Alt- Sandec gebracht, deren Oberin sich bisher weigert, das Mädchen herauszugeben. Unser Rechtsschutzbureau hat die Strafanzeige gegen Wojciech Dudzik an die k. k. Staatsanwaltschaft in Neu-Sandec veranlasst und die erforderlichen Schritte getan, damit der schwergekränkte Vater wieder in den Besitz seines Kindes gelange. Antisemitische Fensterstürmer. Aus Scharditz, Bezirk Gaya in Mähren, erhalten wir Nachricht von antisemitischen Insulten, denen der dortige Kaufmann Moriz Brichta schon seit längerer Zeit ausgesetzt ist, ohne dass die hiezu berufenen Organe dagegen einschreiten. Schon im März 1903 wurden Herrn Brichta von unbekannten Tätern die Fensterscheiben eingeschlagen. Ueber eine Beschwerde des Betroffenen bei der k. k. Bezirkshauptmannschaft sollen zwar der Gemeindevorstand und die Gendarmerie angewiesen worden sein, das Haus des Moriz Brichta zu überwachen, nichtsdestoweniger aber wiederholten sich die Gewalttätigkeiten in kurzen Zeiträumen. Am 29. Juni 1903 wurden die Fenster des Brichta'schen Hauses neuerdings mit Erdschollen beworfen und am 12. Juli 1903 schlugen vier Burschen, von denen der Nachtwächter Jan H i k s c h drei als die Brüder Jakob, Josef und Jan Ondra erkannte, mit Steinen und Erdschollen neun Fensterscheiben ein. Die Wurfgeschosse fielen in die Wohnung und gefährdeten die körperliche Sicherheit der Insassen. Noch in derselben Nacht erstattete Brichta beim k. k. Gendarmerie-Postenkommando in Scharditz die Anzeige. Der daselbst anwesende Gendarm Kilian verweigerte jedoch jede Intervention mit dem Bemerken, dass ihn dies nichts angehe. Die Gendarmerie hat denn auch bis zum heutigen Tage weder irgend welche Erhebungen eingeleitet, noch auch die Anzeige bei dem zuständigen Gerichte erstattet.