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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1903-07-01 · 7 (7.1903) · p. Seite 4

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
15 (1903)
Issue
7 (7.1903)
Date
1903-07-01
Page
Seite 4 (sequence 7)
Language
German
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4 deren Schuld es wahrlich nicht ist, wenn Gewalttaten und Plünderungen bis heute unterblieben sind. Und in dieser Gemeinschaft soll den nationalen Interessen der Deutschen Oesterreichs ein Dienst geleistet werden! Nein, damit wird nur die deutsche Cultur entwürdigt, dem allerhöchsten nationalen Interesse schwerer Schaden zugetügt! Wenn das Deutschtum sich unter die Patronanz eines Dr. Lueger flüchtet, der die Clericalisirung der ersten deutschen Stadt in Oesterreich herbeigeführt hat und der die Slavisirung des letzten deutschen Dorfes in Oesterreich nicht hindern wird, dann wird es keinen nationalen Schutz, dafür aber endgiltig politische Entartung finden. x\richt als Juden sagen wir dies, denn sicher werden alle Geister, die der deutschen Nation zum wahren Stolz gereichen, mit uns Juden übereinstimmen und eine solche Ralliierung brandmarken. Uns Juden kann diese reinliche Scheidung, die anlässlich der antisemitischen Aeusserungen der Herren P e r g e 11, Kaiser, Derschatta etc. schon längst hätte erfolgen sollen, nur willkommen sein, mag die Gemeinbürgschaft auch von den „Judenblätter "(!) genannten liberalen Zeitungen bezeichnenderweise gefeiert werden. Auch der letzte Rest jüdischer Stimmen muss auf solche Weise in den heissumstrittenen Sprachgebieten Böhmens und Mährens für die deutschen Candidaten endgiltig verloren gehen. Ob damit der deutschen Sache, die dort oft ausschliesslich auf die Unterstützung seitens der Juden angewiesen ist, nicht schon mehr geschadet wurde, als die ganze deutsche Gemeinbürgschaft wert ist, das wollen wir abwarten. „Lieber feig, als dumm", lautete die in öffentlicher Sitzung einbekannte Devise eines der Obmänner der heutigen Gemeinbürgschaft. In der Feigheit haben sich die neuen Genossen dieses Obmannes bereits würdig erwiesen, als sie den letzten Rest an Cultur und Gesittung über Bord warfen und vor der niederen Tagesströmung capitulierten. Dass sie aber sehr bald als die ganz „Dummen" dastehen werden, dafür wird Herr Lueger schon sorgen. Zur Regelung der israelitischen Eultussteuern. Der unter diesem Titel in der Juni-Nummer dieser Monatschrift enthaltene Aufsatz schliesst mit dem Appell an die Wiener Kultusgemeinde, schon mit Rücksicht auf das Beispiel für die anderen Kultusgemeinden den bisherigen Einschätzungsmodus zu beseitigen und einen fixen Perzentsatz für die Kultusbesteuerung einzuführen. Demgegenüber dürfte es weitere Kreise interessieren, zu erfahren, dass die Wünsche jenes Aufsatzes in unserer Kultus-

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