Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 15 (1903)
- Issue
- 5 (5.1903)
- Date
- 1903-05-01
- Page
- Seite 21 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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21 zwei Tagen eintreffen müsse und worauf Sekretär Fleischer sich sofort nach Uhnöw begeben werde. Mit dem Danke an die versammelten Herren für ihr Erscheinen schliesst der Vorsitzende die Sitzung. Mitteilungen der „Oesterreichisch- Israelitischen Union". An unsere P. T. Vertrauensmänner richten wir die dringende Bitte, die noch ausstehenden Mitgliederbeiträge pro 1903 ehestens einheben und an uns gelangen lassen zu wollen. * *• * Wandervorträge. Der Sekretär der „Union" .hat Anfangs Mai seine Wandervorträge in M ä h r e n und Böhmen wieder aufgenommen. Ueber das Ergebnis derselben werden wir in der nächsten Nummer berichten. Aus unserem Rechtsschutz- und Abwehr-Bureau. Judenplünderungen in Uhnow. Am 23. April d. J. fanden in Uhnow blutige Ausschreitungen gegen die Juden statt. Um 4 Uhr Früh war in dem Hause des Kürschnermeisters K r i t j a k Feuer ausgebrochen. Infolge des Verdachtes, dass die Juden den Brand gelegt hätten, sammelten sich schon eine Stunde später an 300 Bauern an, die nach kurzer Beratung beschlossen, sämmtliche Judenhäuser zu zerstören und die Juden zu ermorden oder zu vertreiben. Sie schlugen auch sofort bei allen Judenhäusern die Fensterscheiben ein und zerstörten alles im Innern derselben, so dass die Juden flüchten mussten. Die Bauern verfolgten sie und verwundeten ungefähr fünfzig Personen. Die Intervention der Gendarmerie war erfolglos. Gegen 7 Uhr Früh requirierte die Gendarmerie Militärhilfe aus Kawa Ruska. Eine Jägerkompagnie trat gegen 10 Uhr mit einem Separatzuge an. Die Juden wurden beschuldigt, das Feuer, das 40 Häuser einäscherte, aus Rache dafür gelegt zu haben, weil ein 16jähriger Judenbursch infolge Ueberredung durch einen christlichen Bürger sich taufen Hess. Andere behaupten, dass das Feuer tatsächlich durch einen unglücklichen Zufall bei diesem Bürger ausgebrochen sei, bei welchem der getaufte Judenbursche beschäftigt war. Verhaftet wurden drei Juden, die verwundet sind, der getaufte Judenbursche und vier Bürger, die die Unruhen hervorgerufen haben sollen. Der Jude Fischel Klein, der beschuldigt