Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 15 (1903)
- Issue
- 5 (5.1903)
- Date
- 1903-05-01
- Page
- Seite 16 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/9756662-9602757-9602848--0700-9602866- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
L6 Wir hatten im Berichtsjahre einen Einlauf von 973 Geschäftsstücken zu verzeichnen, wogegen 1024 ausgingen. Anlässlich unserer Wanderversammlungen haben wir 932 und für die Kalenderedition 6683 somit im ganzen 8639 Briefe versendet. Die laufenden Vereinsagenden wurden in 12 Vorstands- und in 18 Präsidialsitzungen erledigt. Unsere statutarische Aufgabe, den Sinn für die jüdische Wissenschaft und für die Angelegenheiten des Judentums zu heben, haben wir auch im abgelaufenen Jahre durch eine Reihe von Vorträgen erfüllt. Es sprachen: Am 8. November 1902 und am 5. Februar 1903 Herr Vicepräsident Siegmund Mayer über „D i e ökonomische Entstehung und Entwicklung der AViener Judenschaf t", am 17. Jänner 1903 Herr Dr. Franz Oppenheimer aus Berlin über: „Der Staatentod im Altert ume und die jüdische Nation", am 11. März 1903 Herr Rabbiner Dr. Max Grunwald aus Hamburg über: „Die moderne Frauenfrage und das Judentum". Alle diese Vorträge erfreuten sich eines regen Besuches. Ueberdies fand am 18. Oktober 1902 aus Anlass der Landtagswahlen eine von uns veranstaltete Wälllerversammlung statt, an welcher mehr als 1000 Personen teilnahmen. In der am 5. Jänner 1903 zum Zwecke der Statutenänderung abgehaltenen ausserordentlichen Generalversammlung wurde eine freie Diskussion über aktuelle jüdische Angelegenheiten eröffnet, bei welcher insbesondere der Gedanke einer Vereinigung aller jüdischen Kräfte zur Förderung der wirtschaftlich bedrängten Schichten des Judentums lebhafte Zustimmung fand. Die erwähnten Vorträge wurden durch unsere M o n a tschrift auch dem weiten Kreise unserer Provinzmitglieder vermittelt. Der Vorstand hat der Fortentwicklung des Vereinsorgans, welches ein wertvolles Bindemittel'zwischen der Vereinsleitung und den einzelnen Mitgliedern darstellt, sein besonderes Augenmerk gewidmet, und wir dürfen mit Befriedigung konstatieren, dass die Monatschrift den durch sie angestrebten Zweck, das Bewusstsein der Zusammengehörigkeit und das Interesse für die allgemeinen jüdischen Fragen zu stärken, in wachsendem Masse erfüllt. Der „Unionkalender" ist im letzten Jahrgange in wesentlich verbesserter Form erschienen. Der schematische Teil ist vollständig umgearbeitet und durch eine Reihe neuer wichtiger Daten bereichert worden. Obwohl uns hiedurch eine Mehrausgabe von Kronen 974 erwuchs, so haben wir doch ein Reinerträgnis von Kronen 2344.55, somit nur Kronen 306.13 weniger als im Vorjahre erzielt. Allerdings sind auch diesmal mehr als 1000 Exemplare von den Empfängern weder zurückgeschickt noch bezahlt worden.