Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 15 (1903)
- Issue
- 5 (5.1903)
- Date
- 1903-05-01
- Page
- Seite 17 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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17 Der Tod hat uns auch im abgelaufenen Jahre zahlreiche treue Mitglieder entrissen. Wir beklagen den Heimgang der Herren: Eabbiner Dr. Löwy, Philipp Bondi, Moriz Karpeles, Salomen Feldmann, Josef Beck, Dr. Karl Fuchs, David Fröhlich, Jakob Picker, Jakob Weich, Max Kaufmann, Jakob Kohn, Max Böhm, Sigmund Ritter v. Bauer, Sigmund Blatt, Josef Alberti, Simon Rosenberg, Anton Schwarz, J. L. Deiner, Alois Reich, Moses Straschnow, Joachim Bandler, Oberstabsarzt Dr. Jakob Treulich, Sigmund Weiner, Salomon Schwarz, Ignaz Eisler, D. Schwarzmann, Moriz Friedmann, Dr. Heinrich Bloch, Bernhard Duschnitz, Moriz Freyberger, Moriz Schur, Emil Schwaiz, Sam. Franz Singer, Adolf Spitzer in Wien, ferner: Anton Fürst in Bisenz, Bernhard Neubauer, Aron Bermann und Nathan Steiner in Tachau, Filipp Färber in Frerau, Adolf Ehrlich in Rokitnitz, Dr. Josef Schwarz und Daniel Leitner in Baden. Die geehrte Versammlung hat bereits durch Erheben von den Sitzen das Andenken der Verstorbenen geehrt und wir erbitten uns die Ermächtigung, diese Trauerkundgebung dem Protokolle «inverleiben zu dürfen. Es sei uns ferner gestattet, hiemit öffentlich allen Mitarbeitern an unserem gemeinnützigen Werke, namentlich jenen Herren, die in den öffentlichen Vertretimgskörpern, ferner als Anwälte, Beiräte und Vertrauensmänner unsere Rechtsschutzarbeit wirksam unterstützt haben, unseren innigsten Dank auszusprechen. Den gleichen Dank zollen wir der jüdischen Presse, insbesondere der „Oesterreichischen Wochenschrift", der „Neuzeit" und der „Wahrheit" für die Förderung unserer Bestrebungen. Geehrte Herren! Die Erfolge, welche die „Oesterreichisch- Israelitische Union" bisher erzielt hat, haben uns nicht blind gemacht für die Mängel der Organisation der österreichischen Judenschaft. Wir sind uns bewusst, dass wir nur eine suppletorische, vorbereitende Arbeit für eine legale Organisation leisten, die früher oder später im Wege einer sämmtliche österreichische Kultusgemeinden umfassenden gemeinsamen Verfassung geschaffen werden muss. Eine nach oben und unten mit autoritativen Befugnissen ausgestattete Repräsentanz der ganzen österreichischen Judenschaft — das ist das Ziel, welchem wir unablässig zustreben. Nur auf diesem Wege allein kann jene Zusammenfassung aller verfügbaren Kräfte unter unseren österreichischen Glaubensgenossen durchgesetzt werden, die erforderlich ist, um unseren Anspruch auf volle Gleichberechtigung zur Geltung zu bringen und jeden wie immer gearteten Angriff auf unsere Stellung als freie Staatsbürger erfolgreich zurückzuweisen. Die vielberufene Solidarität der Juden existirt leider nur im Munde unserer Feinde, sie ist noch lange nicht zur Wahrheit geworden. Es muss offen ausgesprochen werden, dass die politische Schulung und Reife unserer Glaubensgenossen noch vielfach gehemmt wird durch eine beklagenswerte Engherzigkeit