Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 15 (1903)
- Issue
- 1 (1.1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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17 H 1 a s e k, der den Kaufmann Morgenstern fälschlich beschuldigt hatte, dass er die persönliche Freiheit seines Kindes zu angeblich rituellen Zwecken eingeschränkt habe. Den Ausführungen des Vortragenden folgte stürmischer Beifall, worauf 45 Teilnehmer der 'Versammlung ihren Beitritt zui; „ Oesterreichisch-Israelitischen Union" anmeldeten. Die Wanderversammlungen werden in nächster Zeit sowohl in Wien als auch in der Provinz wieder aufgenommen werden. Zur Beachtung. Zur Vermeidung von Unzukömmlichkeiten machen wir unsere geehrten Mitglieder neuerdings darauf aufmerksam, dass zu den Vereinsversammlungen der „UDion" nur Mitglieder und geladene Gäste Zutritt haben., Nicht speziell geladene Gäste können wohl durch Vereinsmitglieder eingeführt werden, doch muss daran festgehalten werden, dass solche Herren in Erfüllung einer ganz selbstverständlichen Pflicht der Höflichkeit sich dem Vorsitzenden der Versammlung persönlich vorstellen und dessen Genehmigung zur Teilnahme an der Versammlung einholen. Die Vereinsleitung wird nach dieser Richtung nach wie vor die weitgehendste Kulanz üben, sie muss sich aber das Recht und die Möglichkeit wahren, das Eindringen unberufener oder störender Elemente in die Vereinsversammlungen zu verhindern. * Unsere P. T. Mitglieder in Wien ersuchen wir dringendst, uns unnötige Kosten für die Einhebung der Mitgliedsbeiträge pro 1903 dadurch zu ersparen, dass sie die Beiträge mittelst des am 3. Jänner ihnen zugekommenen Post-Erlagscheines an uns einsenden, worauf ihnen die neue Mitgliedskarte zugestellt werden wird. Die Einhebung der Mitgliedsbeiträge in der Provinz erfolgt durch die P. T. Vertrauensmänner, denen wir die Mitgliedskarten in den nächsten Tagen zusenden werden. Aus unserem Rechtsschutz- und Abwehr-Bureau. Das verschwundene Kind. Am Vormittag des 21. November verbreitete sich in Hernais das Gerücht, in der Wohnung des Schnittwarenhändlers Adolf Morgenstern, Haslingergasse Nr. 47, sei ein fremdes Kind verschwunden. Der Schneidermeister Wenzel Hlasek erschien nämlich in dem Geschäfte des Morgenstern und verlangte sein sechsjähriges Kind, welches sich nach seiner Behauptung in das M o r g e n s t e r n's c h e Geschäft begeben hatte. Der Kaufmann erklärte, er habe das Kind nicht ^psehen und dieses habe seinen Laden gar nicht betreten. Allein Hlasek blieb dabei, das Kind müsse in der Wohnung von dem Ehepaare versteckt worden sein. Hlasek begab sich auch zu dem Sicherheitswach-Inspektor Schreier und verlangte von ihmeine Hausdurchsuchung. Es wurden einige Wachleute in die Nähe des Hauses gestellt, um dieses zu bewachen, und die Wohnung, sowie das