Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 15 (1903)
- Issue
- 1 (1.1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Iii Herr P1 a s c h k e s weist auf die traurige materielle i^age der jüdischen Hausierer und Handwerker hin und erklärt es für dringend wünschenswert, dass alle jüdischen Vereine gemeinsam, für die wirtschaftlichen Interessen dieser bedrängten Schichten des Judentums eintraten. Sekretär Fleischer gibt seiner Befriedigung darüber Ausdruck, dass diese Anregung zu gemeinsamer Arbeit erfolgt sei, und erklärt in Uebereinstimmung mit dem Präsidenten, dass die „Union" gerne bereit sei, ein einheitliches Vorgehen aller in Betracht kommenden Faktoren zu fördern, nur müsse auch der Ton, in welchem die einzelnen Gruppen ihre Grundsätze vertreten, ein anderer werden. Dr. Ascher bemerkt zur Hausiererfrage, es sei ein wahres Glück, dass zu derselben die jüdischen Korporationen als solche bisher nicht Stellung genommen haben. Ein Erfolg sei nur dann zu erzielen, wenn die Präsumtion festgehalten werde, dass die Hausiererfrage keine Judenfrage sei. Hierauf wird die Versammlung geschlossen. Vorträge. Der bekannte Nationalökonom Herr Dr. Franz Oppenheimer aus Berlin hält Samstag den 17. d. M., '|28 Uhr abends, im Festsaale des Niederösterreichischen Gewerbevereines, I., Eschenbachgasse 11, einen Vortrag über das Thema: „Der Staatentod im Altertum und die jüdische Nation." Der Vizepräsident der „Oesterreichisch-Israelitischen Union" Herr Siegmund Mayer wird Donnerstag den 5. Februar d. J.r \8 Uhr abends, im Saale des „Hotel Central", IL, Taborstrasse 8, den zweiten Vortrag des angekündigten Zyklus : „Die ökonomische Entstehung und Entwicklung der Wiener Judensch aft" halten. Wanderversammlungen. Am 7. Dezember 1902 fand in Leopold Müllers Restaurant eine zahlreich besuchte Wanderversammlung der „Oesterreichisch- Israelitischen Union" für den XVI. und XVII. Wiener Bezirk statt. Nach Eröffnung derselben durch das Vorstandsmitglied der „Union" Herrn Julius Granichstädten wurde Herr Kultusvorsteher Salomon Rosner zum Vorsitzenden gewählt, der in seinen einleitenden Worten auf die segensreiche Wirksamkeit des Rechtsschutzbureaus der „Oesterreichisch-Israelitischen Union" verwies. Hierauf ergriff Herr Sekretär Siegfried Fleischer das Wort, um in einstündigem Vortrage ein übersichtliches Bild über die Rechtsschutztätigkeit des Vereines zu geben. Redner hob insbesondere zwei Interventionen hervor, die für die Glaubensgenossen in Ottakring - Hernais von besonderer Wichtigkeit waren. Es sind dies der Fall des ehemaligen Professors am Hernalser Staatsgymnasium, Johann S p i k a, der über Einschreiten der „Union" wegen antisemitischer Schimpfworte in der Schule vom Lehramte amoviert wurde, nachdem das von Dr. Heinrich Tritsch energisch betriebene gerichtliche Verfahren den vollen Schuldbeweis erbracht hatte; ferner die gerichtliche Verurteilung des Schneiders