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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1902-12-01 · 12 (12.1902) · p. Seite 6

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
14 (1902)
Issue
12 (12.1902)
Date
1902-12-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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6 wieder einen Schritt zurück, fühlten sich solidarisch mit ihren verfolgten Glaubens- und Stammesgenossen und heute ist der Uebertritt eines Juden zum Christentum keine indifferente, sondern—ganz besondere Fälle abgerechnet— eine recht verächtliche Sache/' Dieser Ansicht sind auch wir und da es ein berechtigtes allgemeines Interesse ist, die Austritte zu erfahren, so fordern wir, dass mit dem Usus der verwehrten Einsichtnahme in das Austrittsregister bei der Wiener Kultusgemeinde gebrochen werde. Ein liberaler Landtagskandidat. Unter den bei den letzten Landtagswahlen gleichzeitig mit Dr. Krona wetter und Gemeinderat Donat Ziffer er unterlegenen Kandidaten befand sich auch der Fabriksdirektor Herr C. Julius Schweitzer aus Neunkirchen. Herr Schweitzer, Fabriksdirektor der Firma Sc ho eil er und Komp. soll speziell seitens mehrerer Industriellen nominiert und daraufhin auch vom Präsidenten des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft, Herrn Leopold P o 11 a k, als Kandidat des liberalen Wahlkomitees unterstützt worden sein. Am Tage der Wahl veröffentlichte nun das „Deutsche Volksblattu in Nr. 4971 folgende Mitteilungen über Herrn Schweitzer: „Zum Beweise, mit welcher Liberalität die Kandidatenliste der fortschrittlichen Partei für die Landtagswahl im ersten Bezirke zusammengestellt wurde, möge die Tatsache dienen, dass der fortschrittliche Kandidat, Herr Julius Schweitzer, Fabriksdirektor in Neunkirchen, sich früher bemühte, als christlich-sozialer Kandidat in Neunkirchen aufgestellt zu werden.Beim Bürgermeister Dr. Karl L u e g e r und in Gegenwart der Landesausschüsse Dr. Gessmann und Leopold Steiner hatte Herr Julius Schweitzer mit Handschlag versichert, dass er mit der christlich-sozialen Partei — wenn auch nicht öffentlich — gehen werde, und zwar bei allen Wahlen, in allen Fragen, so z. B. in der Schulfrage, bei den Landesausschusswahlen, in der Frage der Landtagswahlreform etc." Weiters veröffentlichte das „Deutsche Volksblatt" in derselben Nummer einen (gleichzeitig mittelst faksimilierter Flugschrift reproduzierten) angeblichen Brief Herrn Schweitzers an den Landesausschuss Herrn Dr. A. Gessmann ddto. 27. September 1901 folgenden Inhalts : Hochgeehrter Herr Doktor! Herr Karl Mangold, Mühlenbesitzer hier und Vertrauensmann der christlich-sozialen Parteileitung für Neunkirchen, hat mich in jüngster Zeit einigemale besucht, um in Angelegenheit der bevorstehenden Wahlen für den niederösterreichischen Landtag Rücksprache zu pflegen. Bei einem solchen Anlasse bemerkte mir Herr Mangold, dass es Euer Hochwohlgeboren erwünscht wäre, meine persönliche Bekanntschaft zu machen und dass Sie eventuell die Liebenswürdigkeit haben wollten, mich hier gelegentlich aufzusuchen. Dass es nun auch mir zum Vergnügen gereichen würde, die Ehre ihrer werten persönlichen Bekanntschaft zu haben, ich aber sehr häufig von hier abwesend bin, so gestatte ich mir, Ihnen eine Zu-

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