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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1902-11-01 · 11 (11.1902) · p. Seite 16

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
14 (1902)
Issue
11 (11.1902)
Date
1902-11-01
Page
Seite 16 (sequence 16)
Language
German
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16 Israelitischen Union, der Alliance israelite, der Kolonisations-Gesellschaft usw. Möge es uns gelingen, auch die Regierungen der Einsicht von der Nichtigkeit unserer Anschauungen und des von uns eingeschlagenen Weges geneigt zu machen! — Kur wenn wir bei ihnen wohlwollende Berücksichtigung finden, werden wir mit dem von uns hingebend und rastlos gepflegten Wirken Erfolg haben, das darin besteht, der Anti-Sklaverei-Bewegung durch grundlegende, soziale, ethische und wirtschaftliche Aufrichtung zu dienen. Wir konnten diesen Hauptzweig unserer Arbeit zunächst nur für Galizien ins Auge fassen: denn bei aller vorhandenen Verwirrung ist dort wenigstens die Möglichkeit des Eingreifens gegeben. Zwar hat die bürgerliche Gleichstellung für die überwiegende Zahl der dortigen Juden irgend welche Bedeutung bisher nicht zu erlangen vermocht. Das liegt an den parteipolitischen und kirchlichen Zuständen des Landes im allgemeinen, an mancherlei Einflüssen, denen ausser dem jüdischen auch andere Teile der Bevölkerung unterliegen, sodann an historischen Nachwirkungen u. m. dsgl. Zwar ist es arg genug, wenn unter fast 750 000 Köpfen etwa 600 000 sich befinden, die von einem Tag zum anderen nicht wissen, womit sie ihr armseliges Leben durchfristen sollen, von denen wir also verstehen können, wenn sie den Nährboden bilden, aus dem die Pilze des Kaftifmus und der Prostitution üppig emporschiessen. Aber trotz allem ist in Galizien der Weg der ökonomischen Hilfe, der Aufklärung und Belehrung doch nicht völlig.versperrt; es bleibt die gegründete, durch Tatsachen unterstützte Hoffnung bestehen, der unleidlichen Verhältnisse ungeachtet die notleidende Bevölkerung im Lande selbst zu menschenwürdiger Existenz, zur Bildung und Gesittung erretten und erheben zu können. Eine volle Schilderung dessen, was die grossen jüdischen Verbände, deren zuvor Erwähnung geschah, bisher leisteten, was Grösseres von ihnen erwartet werden darf, kann hier nicht gegeben werden: die gemachten Angaben, die wohl hinreichend über die Tendenz unterrichten, werden zunächst genügen. Eine Ergänzung wichtigster Art soll ihre Arbeit finden durch die Verbände jüdischer Frauen-Vereine. Worin die Betätigung der Frauen sich bewähren soll, das ist in einer 1900 erschienenen Schrift von Fräulein Pappenheim- Frankfurt a. M. und auf einer Tagung in Hamburg am 4. November 1900 ausgesprochen worden: „Zur Zurückführung in die jüdische Familie, zum Einführen in geregelte Existenzbedingungen, zur Grundlegung der allerersten Vorstellungen von richtiger Kinder-, Kranken- und Wöchnerinnen-Pflege, von Peinlichkeit und Desinfektion, zur Gewöhnung (galizischer Frauen) an häuslichen Fleiss brauchen wir: Frauen, die ihre galizischen Schwestern hierüber und über die Gefahren und das Schicksal belehren, denen sie haufenweise erliegen, wenn wir sie nicht darüber aufklären und daraus erretten. Wir brauchen hingebende Frauen zur begeisterten Aufnahme des grossen Werke^." Diese Gedanken sind seitdem weitergeleitet worden und sodann auf der Tagung vom 8. Juni 1902 zur Erörterung gelangt. Man ist einig darin, dass solche Aufgaben nicht von einzelnen, auch nicht von einzelnen Vereinen vorwärts geführt werden können und dass es dazu der vereinten Kräfte grosser Verbände bedarf. Man hat daher solche der deutschen und österreichischen Frauen- Vereine ins Auge gefasst. Die letzte Hamburger Zusammenkunft hatte den Erfolg, dass zwei Vereine: der Israelitisch-Humanitäre Frauen-Verein in Hamburg und die Weibliche Fürsorge, Abteilung des Israelitischen Hilfsvereins

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