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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1902-10-01 · 10 (10.1902) · p. Seite 10

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
14 (1902)
Issue
10 (10.1902)
Date
1902-10-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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10 Mitteilungen der „Oesterr.-Israelit. Union". Vorträge in der Vereinssaison I902|3. Im Laufe des Monats Oktober, voraussichtlich am Samstag den 18., findet im Saale des Niederösterreichischen Gewerbevereines eine Versammlung der „Oesterreichisch-Israelitischen Union" statt, welche mit einem Vortrage über die Lage der rumänischen Juden eingeleitet werden wird. Im Monate November wird im selben Saale der Vizepräsident der „Oesterreichisch-Israelitischen Union", Herr Siegmund Mayer, zwei Vorträge über „Die ökonomische Entwicklung der Wienei Judenschaft" halten. Unseren Mitgliedern werden rechtzeitig nähere Mitteilungen über diese Veranstaltungen zugehen. Aus unserem Rechtsschutz- und Abwehr-Bureau. Zur Affaire Hilsner. Am 22. September hat beim Polnaer Bezirksgericht eine interessante Tagfahrt stattgefunden. Der Kronzeuge im Prozesse Hilsner, Pesak, hatte die Gemeinde Polna auf Ausfolgung der von dieser für die Ueberführung des Mörders der Agnes Hr uz a ausgesetzten Prämie von Kronen 200 geklagt. Die Entscheidung des Gerichtes wurde vertagt. Noch interessanter aber ist die Vorgeschichte dieses Prozesses* Wie uns von verlässlicher Seite berichtet wird, hat Pesak vom Polnaer Bürgermeister Sadil schon früher einen Geldbetrag zur Bezahlung eines Iglauer Advokaten erhalten. Später entlockte Pesak der Gemeinde Klein-Vezaitz die von dieser ausgesetzte Prämie von Kronen 100 unter der falschen Vorspiegelung, dass ihm auch die Gemeinde Polna die Prämie von Kronen 200 schon ausgezahlt habe. Als die Gemeinde Klein-Veznitz erfuhr, das? diese Angabe unwahr sei, erstattete sie gegen Pesak die Betrugsanzeige beim Kreisgerichte Kuttenberg, trat aber von der Verfolgung nach einiger Zeit wieder zurück. In der Untersuchung verantwortete sich Pesak dahin, dass er den vom Bürgermeister Sadil erhaltenen Betrag als ä Conto-Zahlung auf die Prämie betrachtet habe. Auch der Gendarmerie-Wachtmeister Klenovec bewarb sich um die erwähnte Prämie. Das Heimatsrecht der Ausländer. Wie wir erfahren, hat das Ministerium des Innern in der in diesen Blatten wiederholt erörterten Frage, ob den Ausländern schon derzeit ein Anspruch auf Zusicherung der Aufnahme in den Heimatsverband zusteht oder ob dieser Zustand erst im Jahre 1.906 existent wird., eine Entscheidung zugunsten der Ausländer getroffen. Wenn auch zu erwarten steht, dass die beteiligten Gemeinden, insbesondere die Gemeinde Wien, den Beschwerdeweg an den Verwaltungsgenchtshof betreten, so ist es doch mit Genugtuung zu begrüssen, dass das Ministerium alle Pressionsversuche und Eingriffe in die Verwaltungsrechte der Judikatur

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