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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1902-10-01 · 10 (10.1902) · p. Seite 8

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
14 (1902)
Issue
10 (10.1902)
Date
1902-10-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 Staaten hat bereits in der Auslegung und Handhabung des rumänischen Gewerbegesetzes wesentliche Erleichterungen für unsere Glaubensgenossen zur Folge gehabt, ein Beweis, dass man in Rumänien auf die Stimmen des Auslandes, auf die Stimme einer Macht wie Nordamerika, um wieviel mehr also auf das Konzert der Berliner Signatarmächte, grosses Gewicht legt. Herr Sturdza empfindet bereits die Schwingungen der öffentlichen Meinung und man kann aus der kühneren Sprache der rumänischen Oppositionsblätter und aus der konzilianteren Haltung der Regierungpresse erkennen, dass die amerikanische Xote in Rumänien nicht so gleichgiltig gelassen hat, als man sich gerne den Anschein geben möchte. Daraus folgt, dass die Agitation aller Menschenfreunde, welche darauf gerichtet ist, Rumänien zu seiner Pflicht zurückzurufen, nunmehr nach dein ermunternden Beispiele, das der grosse amerikanische Freistaat geboten hat, unermüdlich in aller Welt fortbetrieben werden muss. Man darf nicht aufhören, die öffentliche Meinung zu erregen, man darf nicht aufhören, die Grundsätze der Menschlichkeit und der Gerechtigkeit unausgesetzt den tierischen Instinkten gegenüberzustellen, durch welche der Judenhass in Rumänien und auch in Mitteleuropa geschürt worden ist. Und offen sprechen wir es aus: Auch in dieser Frage dürfen die Juden die Agitation nicht Bloss ihren andersgläubigen Freunden überlassen, sie müssen selbst hervortreten, sie müssen laut und vernehmlich fordern, dass Europa alle verfügbaren Mittel anwende, um die Erfüllung des Art. 44 des Berliner Vertrages durch Rumänien zu erzwingen. ♦ Nachstehend geben wir den Inhalt der amerikanischen Note wieder: Staatssekretär Hay richtete eine gleichlautende Note an die diplomatischen Vertreter Amerikas bei allen denjenigen Mächten, die den Berliner Vertrag vom Jahre 1878 unterzeichnet haben, durch den die unabhängigen Balkanstaaten geschaffen wurden und nach dem keine Unterscheidung bei den Bewohnern Rumäniens hinsichtlich ihres Religionsbekenntnisses zu machen ist. Die Note der Vereinigten Staaten sagt, Amerika habe den Vertrag nicht mitunterschrieben, sehe sich aber gezwungen, die Mächte zu bitten, auf eine Beobachtung der in den Artikeln des Vertrages gewährten Religionsfreiheiten zu dringen, da Rumänien ihrem Ersuchen, die Missstände zu beseitigen, die so manchen Juden zwangen, nach den Vereinigten Staaten auszuwandern, nicht entsprochen hätte. Die Note sagt weiter, der Präsident halte es für erforderlich, dass die Mächte diesen Angelegenheiten ihre Aufmerksamkeit schenken, und hoffe, falls diese Vorstellungen die Billigung derselben fänden, dass passende Massregeln ergriffen würden, um die rumänische Regierung zu bewegen, nochmals die in Frage kommenden Uebelstände in Erwägung zu ziehen. Den Vereinigten Staaten sei jetzt wie immer die freiwillige Einwanderung aller derjenigen Fremden angenehm, die geeignet wären, sich mit dem politischen Staatskörper zu verschmelzen. Die Gesetze Amerikas sorgen für ihre Einverleibung in die Masse der Bürger, ohne einen Unterschied zu machen, dadurch, dass sie ihnen ganz dieselben Zugeständnisse gewähren, wie sie die Eingeborenen geniessen. Gleiche bürgerliche Rechte seien im Inlande und gleicher Schutz sei im Auslande allen verbürgt. Fast niemand sei von der Einwanderung ausgeschlossen, nämlich nur ganz Mittellose, Verbrecher und solche Personen, die an ansteckenden oder unheilbaren Krankheiten leiden. Der freiwillige Charakter der Einwanderung sei das Wesentliche, daher würden solche Ein- :p r

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