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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1902-10-01 · 10 (10.1902) · p. Seite 7

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
14 (1902)
Issue
10 (10.1902)
Date
1902-10-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Notleidenden und Arbeitswilligen die richtige Lehre daraus ziehen. Sie werden auf den galizischen Arbeitsmarkt reflektieren und sich gerne des Hilfsvereines bedienen, damit er ihnen denselben leichter zugänglich mache. Wir hoffen dass, wie das Kuratorium der Baron Hirsch-Stiftung die Bestrebungen des Hilfsvereines auf das wirksamste fördert, auch die Jca" behilflich sein wird, die rationell geplanten und gut vorbereiteten industriellen Unternehmungen dieses Vereines zu unterstützen. Um unsern Lesern den Beitritt zum „Hilfsverein" in jeder Beziehung zu erleichtern, haben wir dieser Nummer unserer ^Monatsschrift" ein Beitrittsformular angefügt, das leicht abgetrennt und dem Hilfsvereine eingeschickt werden kann. Der mindeste Jahresbeitrag ist vier Kronen. Einem notleidenden, erwerbslosen und arbeitswilligen Glaubensgenossen zu einem dauernden Erwerbe zu verhelfen, wer möchte das nicht gerne tun? Doch wer vermag es? Wie wenigen ist es geglückt, dieses schwierigste und segensreichste aller Wohltätigkeitswerke in ihrem eignen Wohnorte zu vollführen, wie erst in dem fernen, verelendeten Galizien! Der Einzelne vermag dies schwer und nur mit sehr grossen Opfern an Z$it und Geld. Der Hilfsverein jedoch verwendet den kleinsten Beitrag zur glücklichen Lösung dieses höchsten Zweckes aller Wohltätigkeit. Siegfried Fleischer. Nordamerika für die rumänischen Juden. So hat sich nun doch auf dem weiten Erdenrund eine Stimme ausserhalb der Judenschaft für unsere bedrängten rumänischen Glaubensgenossen erhoben. Es mag zweifelhaft sein, ob die Xote des Staatssekretärs der Vereinigten Staaten, Hay, an die Signatarmächte des Berliner Vertrages, die wir weiter unten wiedergeben, einen unmittelbar praktischen Erfolg zeitigen wird. Ja, es hat sogar in diesem Augenbucke den Anschein, als ob der Schritt der nordamerikanischen Union die Lage der rumänischen Juden eher verschärft ais gebessert hätte, denn aus Bukarest wird gemeldet, dass die rumänische Regierung von jetzt ab den Juden Auswanderungspässe nicht mehr ausstellen werde. Trotzdem glauben wir aber, dass die eindringliche Mahnung, die Nordamerika an das untätige Europa richtete, von den Mächten nicht einfach als eine bedeutungslose diplomatische Demarche wird ad acta gelegt werden können. Die amerikanische Note ist nicht nur ein „document humain", dessen hochherzige Akkorde an die Empfindungen der Kulturmenschheit rühren, sie ist auch eine Erinnerung an verbriefte Rechte., eine Erinnerung daran, dass Europa ein grosses Kulturwerk, zu welchem sich alle seine Mächte in einem feierlichen Augenblicke vereinigten, von einem Zwerge verspotten und zunichte machen lässt. Noch sind wir nicht so weit in der allgemeinen Reaktion von der Humanität zur Bestialität, das* ein Appell an die Menschlichkeit und Gerechtigkeit gänzlich ungehört verhallen' könnte. Die rumänische Regierung verweigert 4en Juden die Erteilung von Auslandspässen. Aber die Aktion der Vereinigten

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