Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 14 (1902)
- Issue
- 10 (10.1902)
- Date
- 1902-10-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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4 f zahlreich herbeiströmenden Lernenden unentgeltlich Werkzeuge sowie das zum Lernen nötige Arbeitsmaterial. Das Kuratorium der Baron Hirsch-Stiftungs-Schulen unterstützte den Hilfsverein in sehr wirksamer Weise, indem es ihm in den Orten, wo sich seine Schulen befinden, die zum Unterrichte nötige Lokalität bereitwilligst zur Verfügung stellte. Dadurch wurden die Leiter dieser Schulen in ebenso erwünschter als natürlicher Weise die Ueberwacher der vom Hilfsvereine veranstalteten Lehrkurse. Einige von ihnen wurden sehr verdienstvolle Förderer der Bestrebungen dieses Vereines. Mehr als zweitausend Mädchen und Frauen hatten im Vorjahre das Haarnetzen erlernt, nur verhältnismässig wenige sind gleich bei dieser Arbeit geblieben, weil sie, in Ermangelung der noch fehlenden Fertigkeit, nicht sofort den erhofften Arbeitslohn verdienen konnten. Da jedoch fast überall eine wenn auch geringe Anzahl bei der Arbeit blieb, verdienten diese immer mehr und mehr und die anderen schlössen sich ihnen nach und nach an. In Kossöw z. B. blieben von allen, die das Haarnetzen dort erlernt hatten, nur 10 als ständige Arbeiterinnen übrig, jetzt ist deren Zahl auf 200 angewachsen und nimmt noch immer zu. Im Monate August d. J., dem letzten, über den ein Ausweis vorliegt, sind von dem Vertreter des Unternehmers in Kossöw 3028*12 Kronen an Arbeitslohn ausgezahlt worden, in Jagielnica K. 2980*2o, in Zablotöw K. 1784*11, in Gwozdziec K. 878. In 16 Orten, von denen 7 erst vor kurzem neu hinzugekommen sind, wo somit noch wenig verdient werden kann, sind im Monate August 10.390'50 Kronen als Arbeitslohn von dem ersten Unternehmer allein ausgezahlt worden. Seine Lohnzahlung steigt von Monat zu Monat um mehr als 2000 Kronen. Nach dem wachsenden Erfolge der Haarnetz-Industrie in Galizien wendeten sich einige Exporteure aus Böhmen und aus Deutschland dahin, um daselbst Haarnetze erzeugen zu lassen, und zu diesen gesellte sich bald eine ziemliche Anzahl galizischer Kaufleute in der Hoffnung, aus der von ihnen bis vor kurzem noch nicht gekannten Industrie möglichst grossen Nutzen zu ziehen. Wie viel all diese neuen Unternehmer an Arbeitslohn zahlen, darüber haben wir keine zuverlässigen Informationen. Was jedoch nur die zehntausend Kronen, die als Arbeitslohn jeden Monat in den so furchtbar verelendeten Orten von dem ersten Unternehmer ausgezahlt werden, für Wirkung ausüben, davon kann man bei uns sich kaum eine Vorstellung machen. Wir konnten Einblick nehmen in zahlreiche Dankschreiben und Berichte, die von kompetenter Seite an den „Hilfsverein" gelangten. Aus zweien, die in den letzten Tagen eingelaufenen sind, wollen wir nachstehende sehr charakteristische Auszüge mitteilen. Herr M. Pelikant, Schulleiter in Gwozdziec, äussert sich in einer Zuschrift ddo. 17. September folgendermassen: „Die