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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1902-09-01 · 9 (9.1902) · p. Seite 10

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
14 (1902)
Issue
9 (9.1902)
Date
1902-09-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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10 gaben der Kultusgemeinde, Stiftungen und die im Gemeindegebiete bestehenden Min j an-Vereine. — Der literarische Teil bietet eine populär-wissenschaftliche Abhandlung aus der Feder des Wiener Oberrabbiners Dr. M. G ü d e m a n n, ferner eine spannende Erzählung aus dem jüdischen Leben von dem rühmlichst bekannten Verfasser des „Gabriel" S. K o h n. — Auch die typographische Anordnung des neuen Jahrganges ist eine handlichere und übersichtlichere geworden. So glauben wir denn, dass der neue „Union-Kalender" in seiner eleganten Ausstattung allen praktischen Bedürfnissen genügen und seinen Euf als unentbehrliches Haus- und Hilfsbuch für jede jüdische Familie auch diesmal rechtfertigen wird. Der billige Preis (K 1.50) ermöglichst auch dem Minderbemittelten die Anschaffung. Wir bitten unsere geehrten Mitglieder, mit Hilfe des diesem Hefte beigedruekten Bestellscheines den Bezug des Union-Kalenders rechtzeitig anmelden zu wollen. 5fc Wir richten an jene Herren, die bis heute den ihnen zugesandten Kalender noch nicht bezahlt haben, die höfliche Bitte, den entfallenden Betrag von Kr. 1.50 gefälligst umgehend einsenden zu wollen, da durch eine Einkassierung mittels Postauftrag namhafte Kosten erwachsen würden. Ein Posterlagsschein zur kostenlosen IJebcrnnttlung des Betrages liegt jedem Kalender bei. Aus unserem Rechtsschutz- und Abwehr-Bureau. Abermalige Entführung in ein Nonnenkloster Längere Zeit ist es von der Entführung jüdischer Mädchen in galizische Nonnenklöster still gewesen. Nun \vird uns unter dem 26. August d. J. aus Stanislau ein neuer Mädchenraub zur Kenntnis gebracht. Die 14—15jährige Feige Pistreieh, Tochter der Frau Küchel Pistreich aus Uhmilow bei Tlumacz, wurde am 18. August d. J. durch Michael Bittner, einen Schmied aus Jeziorzany, in das Nonnenkloster zu Maryampol entführt. Die Mutter, welche nach ihrem Kinde suchte und anfangs nicht wusste, wer sie entführt und ob sie überhaupt entführt worden sei, kam, von einer Ahnung geleitet, nach Maryampol in das erwähnte KTonnenkloster und flehte um Herausgabe des Kindes oder wenigstens um Gestattung eines Widersehens mit demselben. Sie wurde aber mit dem Bemerken abgewiesen, dass das Kind sich nicht dort befinde. Erst später, als die Mutter nach Hause kam, erfuhr sie, dass Michael Bittner vor dem Gendarmen gestanden habe, dass das Ivind von ihm nach Maryampol zu den Nonnen gebracht worden sei und zwar mit Einwilligung des Mädchens, wenn auch ohne Wissen der Eltern. Die verzweifelte Mutter hat sich an das Bezirksgericht in Tlumacz mit einer Eingabe gewendet, in welcher sie bat. dass ihr das Gericht auf Grund des § 145 a. b. G. B. zur Wiedererlangung ihres Eandes behilflich sei. Das weitere Verfahren wurde von unserem Bechtsschutzbureau eingeleitet.

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