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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1902-09-01 · 9 (9.1902) · p. Seite 9

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
14 (1902)
Issue
9 (9.1902)
Date
1902-09-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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9 erwirbt, sowie der Zuwachs an Viehstücken, bleibt sein Eigentum. Verlässt der Zögling die Schule und hat er die genügende Befähigung, um weiter als Bauer arbeiten zu können, so ist dafür zu sorgen, dass ihm eine solche Bauernwirtschaft mit Zuhilfenahme seiner Ersparnisse eingerichtet werde, deren Kosten er in kleinen Raten zinsenfrei zu bezahlen hat, so dass die Wirtschaft nach einer bestimmten Zeit in sein Eigentum übergeht." Eine solche Bauernwirtschaft mit 3—5 Hektaren Grund — je nach Qualität des Bodens — Haus samt Stallung und Scheune, ein Paar Pferde samt Wagen, Kuh und Ackergeräten, wird mit fl. 1500 präliminiert. Es würde somit solch eine Schule für 25 Bauernwirtschaften inklusive der Unterbringung des Oekonomen, Bethaus und sonstiger Einrichtungen den Betrag von fl. 45 000 erfordern. Der christliche Bauernstand darf keinesfalls von seiner Scholle verdrängt werden, es dürfte daher nur durch Ausscheidung einzelner Parzellen aus dem Grossgrundbesitze eine solche Vermehrung des Bauernstandes durch jüdische Kolonien durchgeführt wTerden. Die Vorsehläge Lazarus' sind durchaus nicht revolutionärer Natur und es ist bereits die „Ica" darangegangen, mit der Errichtung zunächst einer einzelnen jüdischen Bauernschule auf der von ihm gegebenen Basis den Anfang zur Lösung der Kolonisationsfrage zu machen. Diese Kolonien könnten bald Musterwirtschaften und durch den intensiven Betrieb wie durch die kaufmännische Verwertung ihrer Produkte vorbildlich für das ganze Land werden. Siegfried Fleischer. Mitteilungen der „Oesterr.-Israelit. Union", Der Union-Kalender. Am 1. August erschien der neue Jahrgang (5663, 1902/1903) des von der „Oesterreichisch-Israelitischen Union" herausgegebenen „Kalenders für Israeliten". Derselbe weist gegen seine Vorgänger eine Eeihe wesentlicher Verbesserungen und Ergänzungen auf. Im kalendarischen Teile ist neben der astronomischen Zeitangabe des Sabbat-Einganges auch jene des Sabbat-Ausganges aufgenommen worden und eine übersichtliche, durch praktische Beispiele erläuterte Zeittafel ermöglicht es unseren Glaubensgenossen in den verschiedenen Teilen der Monarchie, die mittlere Ortszeit, nach welcher jene Angaben berechnet sind, sowrohl auf die betreffende Ortszeit, als auch auf die mitteleuropäische Zeit (Bahnzeit) umzurechnen. — Der schematische Teil des Kalenders ist einer vollständigen Neubearbeitung unterzogen worden, durch welche viele veraltete Daten eliminiert und ein möglichst genaues Verzeichnis der österreichisch-ungarischen Kultusgemeinden, ihrer Vorstehungen, Funktionäre und rituellen Institutionen geschaffen wurde. Neu aufgenommen wurden eine Anzahl wertvoller Daten, wie Seelenzahl der Gemeindemitglieder, Zahl der Kultussteuerträger, Einnahmen und Aus-

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