Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 14 (1902)
- Issue
- 5 (5.1902)
- Date
- 1902-05-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/9756662-9602426-9602559--0393-9602563- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
4 Es sprachen folgende Herren: Am 12. October 1901 Dr. Oscar Hein über: „Das neue Heimatgesetz und seine Bedeutung für die Juden", am 14. December 1901 Dr. Ernst Tuch aus Berlin über: „Das Massenelend der Juden in Galizien und die Bestrebungen zu ihrer Rettung", am 11. Jänner 1902 Rabbiner Dr. Max Grunwald aus Hamburg über: „Die kaufmännische Ehre bei den Juden", am 25. Jänner 19ü2 Docent Dr. Josef Grünfeld über: „Antiseptik und Judenthum", am 8. Februar 1902 Oberrabbiner Dr. Moriz Güdemann über: „Bileam" und am 1. März 1902 Dr. Heinrich Meyer-Cohn aus Berlin über: „Pflichten und Rechte der österreichischen Judenschaft*. Wir erfüllen eine angenehme Pflicht, indem wir allen diesen Herrn für ihre opferwillige Mitwirkung an unseren Vereinszwecken auch an dieser Stelle unseren innigsten Dank zum Ausdruck bringen. Unsere Mo n ats sch rift hat sich als ein vortreffiiche- Organ zur Gommunication mit unseren Mitgliedern ausserhalb Wiens bewährt, die auf solche Weise nicht hur über die Thätigs keit des Rechtsschutz-Bureaus und alle internen Vorgänge fortdauernd in Kenntnis erhalten, sondern auch durch die Wiedergabe der im Vereine gehaltenen Vorträge über allgemeine Fragen des Judenthums orientiert werden. Der Union- Kalender wurde auch im abgelaufenen Jahre von unseren Glaubensgenossen als willkommene Gabe begrüsst. Leider haben es auch diesmal mehr als tausend Empfänger für unnöthig erachtet den beigelegten Erlags hein zu benützen. Trotzdem haben wir ein Reinerträgnis von Kr. 2650.48, gegen das Vorjahr ein Plus von Kr. 902*43, erzielt. Die einzelnen Mängel, welche namentlich der schematische Theil des Kalenders durch veraltete Angaben aufwies, werden im neuen Jahrgange beseitigt werden. Wir haben diese Abtheilung einer vollständigen Neubearbeitung unterzogen und werden dieselbe auch durch eine Reihe wertvoller neuer Daten, wie Seelenzahl, Zahl der Steuerträger, Einnahmen und Ausgaben jeder Cultusgemeinde etc. bereichern. In die Reihen unserer Mitglieder hat auch im abgelaufenen Jahre der Tod schmerzliche Lücken gerissen. Wir beklagen vor allem den Hingang unseres Gründers, langjährigen Vice-Präsidenten und Ehrenmitgliedes Herrn Landesgerichtsrathes Dr. Jacob Kohn, der in der Vollkraft seines allem Guten und Edlen zugewandten Lebens seiner Familie, uns und seinem erhabenen Berufe entrissen wurde. Wir haben durch Veranstaltung einer besonderen Trauerfeier das Andenken des ausgezeichneten Mannes geehrt. Auch der allzufrühe Tod eines treuen und selbstlosen Berathers unseres Rechtsschutz-Bureaus, des Herrn Dr. Max Ornstein, hat uns mit tiefster und aufrichtigster Trauer erfüllt.