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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1902-02-01 · 2 (2.1902) · p. Seite 20

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
14 (1902)
Issue
2 (2.1902)
Date
1902-02-01
Page
Seite 20 (sequence 20)
Language
German
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?0 Recht auf angemessene Erziehung ihrer Kinder ein, indem wir Eure Excellenz vorstellen, welche verrohende, entsittlichende und verbitternde Wirkung solche Reden auf das Gemüth der jüdischen Schüler üben müssen. Ohne Rücksicht auf den Ausgang des noch anhängigen gerichtlichen Verfahrens stellen wir sonach die ergebene Bitte: Euer Excellenz geruhe im Disciplinarwege ungesäumt eine screnge Untersuchung darüber einzuleiten, ob die gegen Professor Spika erhobenen Beschuldigungen auf Wahrheit beruhen und wie es möglich war. dass derartige Vorkommnisse von der Direction des k. k. Staatsgymnasiums Hernais unbeachtet und ungerügt blieben, und nach dem Ergebnisse der Untersuchung das Geeignete zu veranlassen. Wien, am 10. Jänner 1902. Für den Vorstand der „Oesterreichisch-Israelitisehen Union4- : Der Schriftführer: Der Präsident: Dr. Meitner. P a u 1 - S c h i f f. An die Ueberreichung der Eingabe knüpfte sich eine längere Discussion, in welcher der Minister erklärte, dass Aeusserungen, wie sie nach der Angabe des Privatklägers von Professor Spika gethan worden seien, in der Schule nicht geduldet werden können. Zur Erklärung, wenn auch nicht zur Entschuldigung könne vielleicht angeführt werden, dass er es mit einem spröden Schülermaterial zuthunhabe. Diecompetente Behörde sei zunächst der Landesschulrath, dem er die Eingabe mit dem Auftrage überweisen werde, eine genaue Untersuchung einzuleiten. Von dem Resultate derselben werde die „Union" amtlich verständigt werden. Die Blutlüge. Wir berichteten im Jännerhefte, dass der Knecht Johann Homer in Ungereigen das Gerücht verbreitet hatte, das Dienstmädchen Marie Klenka sei von dem gerade aus dem Militärdienste heimgekehrten Karl Steiner, einem Bruder ihres Dienstgebers David Steiner, zu rituellen Zwecken abgeschlachtet worden: ein dritter Bruder, der Brauereibesitzer Isidor Steiner aus Untergänserndorf, habe hierbei Hilfe geleistet. Marie Klenka war von ihrem Dienstplatze plötzlich verschwunden, was Homer, einem früheren Bediensteten des Herrn David Steiner, zu dieser Anschuldigung Anlass gab, die auch alsbald in der ganzen Gegend nacherzählt wurde. Die Gendarmerie entdeckte bald, dass die Todtgeglaubte in Dürnkrut wohlbehalten als Taglöhnerin der Zuckerfabrik arbeite. Sie hatte sich heimlich entfernt, um an keine Kündigungsfrist gebunden zu sein. Johann Homer, welcher erklärte, er habe die Geschichte von anderen gehört und nur nacherzählt, wurde infolge der von Dr. Leopold Rosenfeld erhobenen Ehrenbeleidigungsklage vom Bezirksgerichte Matzen zu fünf Tagen Arrests, verschärft durch ein hartes Lager und Beschränkung auf Arrestantenkost, verurtheilt. * Bei der Staatsanwaltschaft in Strehlen (Sachsen) wurde am 15. December v. J. die Anzeige erstattet, dass am Samstag den

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