Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 14 (1902)
- Issue
- 1 (1.1902)
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 22 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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22 Mit warmen Dankesworten schloss der Jubilar seine mit vielem Beifall aufgenommene Rede. ♦ Der Vorstand der Wiener Israelitischen Cultusgemeinde hat an Herrn Sigmund Mayer folgendes Glückwunschschreiben gerichtet: Ew. Hochwohlgeboren! Die Vollendung Ihres 70. Lebensjahres in voller körperlicher und geistiger Frische gibt Ihren zahlreichen Freunden angenehmen Anlass, Sie herzlichst zu begrüssen und Ihnen jene wahren Sympathien zum Ausdrucke zu bringen, deren Sie sich, dank Ihrer persönlichen Eigenschaften und Ihres öffentlichen Wirkens, mit vollem Rechte erfreuen. Wenn auch nicht an der Verwaltung der Wiener Cultusgemeinde betheiligt, haben Sie sich doch stets als ihr treues Mitglied gefühlt und an ihrem Gedeihen das regste Interesse genommen. Mit an der Spitze hervorragender jüdischer Vereine, traten Sie zu allen Zeiten mit zündendem Worte, warmen Herzens und klugen Sinnes für Recht und Ehre des Judenthums, für die geistige und materielle Wohlfahrt unserer Glaubensgenossen ein. Darum hat auch die Wiener israelitische Cultusgemeinde begründeten Anlass. sich den Ihnen entgegengebrachten Kundgebungen der Sympathie und Hochschätzung anzuschliessen und Sie zur Vollendung Ihres 70. Lebensjahres auf das allerherzlichste zu beglückwünschen. Mit dem Ausdrucke besonderer Hochachtung Der Erste Secretär Der Präsident Dr. Lieben. H. K1 i n g e r. Schriftlich und mündlich gratulierten ferner unter anderen: Der Vorstand des Gehilfen-Hilfsvereines durch Entsendung einer Deputation, der VorstanddesDonau-Ciub, die Herren Bezirksvorsteher Niebauer, Reichsraths-Abgeordneter Dr. Vogler, Mitglied des Landesschulrathes Dr. Gustav Kohn, Dr. Wilhelm Ritter v. Mauthner, Ober-Rabbiner Dr. Güdemann, Prediger Dr. Schmied 1, Rabbiner Dr. Gelbhaus, Landtags-Abgeordneter Friedrich Singer in Brünn, Director der Länderbank Kux, Componist Eduard Schüft, Director Simon, die kais. Räthe Anninger, Jonas Weil, Dr. Th. Lieben, Landesgerichtsrath Dr. J. Kohn, Architekt Max Fleischer, Ortsschulrath S. Heit, die Commerzialräthe lgnaz Zucker und Siegmund Neustadt 1, Director S. Heller, Bezirksschulrath Dr. M- Spitzer, Professor J. Singer und viele andere. Es liefen hunderte von Gratulations-Telegrammen von den zahlreichen Freunden, Bekannten und Verehrern des Jubilars ein. Zum Capitel der jüdischen „Arbeitsscheu". Wie wir einer uns zugehenden Statistik entnehmen, gab es bereits im Jahre 1884 in Warschau 368 Fabriken mit 17.250 Arbeitern und einer Jahresproduction im Werte von r27*3 Millionen Rubel. Ferner zählte damals die Stadt Warschau 50.000 Handwerker, welche zusammen Werte in Höhe von 46*4 Millionen Rubel erzeugt haben. Als Fabriksarbeiter spielen die Juden von Warschau nur eine massige Rolle, da sie am S a b b a t h nicht arbeiten wollen und infolge dessen von den Fabriksbesitzern sehr