Mannheim
Compact Memory

Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1902-01-01 · 1 (1.1902) · p. Seite 17

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
14 (1902)
Issue
1 (1.1902)
Date
1902-01-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/9756662-9602426-9602427--0274-9602444
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

17 herstellen und deshalb wird sicher dereinst die Aufforderung ergehen an die1 westlichen jüdischen Landwirte1, ihren galizischen Brüdern den rationellen Betrieb der Landwirtschaft beizubringen; auch die Aerzte werden aufgefordert werden, vor allen Dingen wird aber der Ruf an die Frauen ergehen, dort zu wirken als Lehrerin, als Pflegerin, als Heilgehilfin, Kindergärtnerin, Leiterin von Haushaltungsschulen etc. Ohne persönliche Betheiligung der Menschen geht es nicht mehr. Das ist der Kern des Werkes. Und ich glaube, dass alle mit mir übereinstimmen werden, wenn ich sage, dass alle, die hier im. Räume sind, dem galizischen Hilfsverein beitreten sollen. Das ist das Einzige, was icb von meinem Standpunkte ans dem Wiener Publicum empfehlen möchte. Ein jeder, eine jede trete dem galizischen Hilfsvereine bei. Und sie werden beitreten, denn die Linie der Entwicklung ist im Steigen begriffen. Meine Damen und Herren! Das Elend unserer galizischen Brüder und Schwestern ist unendlich gross, die Schmach, die auf ihnen lastet, ist unendlich betrübend und dennoch scheint das Morgenroth über sie aufzusteigen. Xoeli nie brauste ein so gewaltiges Leben durch den alten jüdischen Leib, wie es heute der Fall ist. immer weitere Kreise werden herangezogen. Wir, die wir die heutige Zeit miterleben, die Zeit des Kennens, des Knospens, des Drängens und Stürmens, wir können, nur einst berichten, dass wir eine grosse Zeit miterlebt haben, und wohl dem, der von sieh sagen kann, dass er sein Scherflein dazu beigetragen hat, bessere Zustände herbeizuführen! Eine neue Epoche der Judenheit beginnt, deren Devise lautet: ,,Juden aller Länder vereinigt Euch zu Eurer eigenen Hebung/* Alle, alle, werden kommen, denn nie noch gab es eine schönere, eine grössere, eine herrlichere Aufgabe für die gesammte Judenheit, und unverrückbar steht vor uns das grosse Ziel: Das freie, das selbstbewusste, das stolze Juda! (Lebhafter, anhaltender Beifall.) Sigmund Mayers 70. Geburtstag. Der Vicepräsident der „Oesterreichisch-Israelilischen Union" Herr Sigmund Mayer hat am 16, December 1901 sein siebzigstes Lebensjahr vollendet. Unsere Mitglieder kennen die unvergänglichen Verdienste, die sieh Sigmund Mayer um die österreichische Judenschaff erworhrn. Das von ihm geschaffene Rechtsschutzbureau der „Union" ist mustergiltig und sehen dieser That allein wegen gebürt ihm der wärmste Dank der Juden Oesterreichs, ja der ganzen Welt. Mayers Bedeutung als volkswirtschaftlicher Schriftsteller hat die „Neue Freie Presse4" in einem Festartikel gewürdigt, seine Lehensarbeit für das Judenthum ist von allen jüdischen Organen und Corporationen anerkannt worden. Die „Oesterreichisch-Israelitische Union" hat ihren jubilierenden Vicepräsidenten in besonders solenner Form geehrt. Am Festtage erschien der Vorstand und Beirath corporativ in der Wohnung des Jubilars, wo der Präsident Herr Maximilian P a u 1-Schiff folgende Ansprache an den Jubilar richtete:

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.