Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 13 (1901)
- Issue
- 12 (12.1901)
- Date
- 1901-12-01
- Page
- Seite 17 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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— 17 — j M „Rabbi Schornstein und Jomkippur", „Abgestreifter jüdischer Schlangenbalg" und „Nochmals der jüdische Schlangenbalg" veröffentlichten Artikel nicht verfasst habe und dass es mir persönlich ferne liegt und ferne gelegen ist, Herrn Phil. Dr. Max Schornstein, Rabbiner und Reli gionslehrer in Leitmeritz, in dessen religiösen Gefühlen oder in dessen persönlicher Ehre zu verletzen, und spreche mein Bedauern über die Veröffentlichung dieser Artikel aus.4' Aus Neu-Sandec wird uns geschrieben: Ich möchte Ihre Aufmerksamkeit auf den in unserem Bezirke um sich greifenden praktischen Antisemitismus lenken. Namentlich werden seit einiger Zeit die in den Dörfern wohnenden jüdischen Krämer von den Ortsrichtern unter Missbrauch ihrer Amtsgewalt chicaniert, verfolgt und mit Polizeistrafen ungerecht belegt, so dass sie ihre bisherigen Wohnstätten verlassen müssen und in die Städte flüchten, wo sie das jüdische Proletariat^nur vergrössern. An der Spitze der Bewegung steht das Organ des Abgeordneten Potoczek „Zwiazek chlopski" („Der Bauernbund"), das die Ortsrichter aufforderte, den Juden auf den Dörfern solche Chicanen zuzufügen, dass sie die Dörfer verlassen müssen. In Podegradnie, einem Dorfe bei Alt-Sandec, musste der jüdische Krämer Gerson Krumholz, vom Ortsrichter verfolgt, sein Anwesen um einen Bettelpreis verkaufen und in die Stadt ziehen, und der zweite Jude, Hermann Herz, der seit 30 Jahren dort wohnt, wird derart verfolgt, dass er zum Bettelstab wird greifen müssen. Dieses Beispiel wirkt ansteckend auf die anderen Gemeinden, da die Geistlichen die Ortsrichter hierzu animieren. Ich bitte, die traurige Lage unserer auf dem Lande wohnenden Glaubensgenossen im Auge zu behalten und denselben Ihren so oft bewährten Schutz angedeihen lassen zu wollen.