Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 13 (1901)
- Issue
- 10 (10.1901)
- Date
- 1901-10-01
- Page
- Seite 20 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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— 20 — medieinische Thätigkeit. Er blieb unverheiratet und starb im Alter, von 110 Jahren. Als man Israili einmal fragte, weshalb er sich nicht vermählt habe, entgegnete er: „Ich habe vier Bücher geschrieben, die mein Andenken besser erhalten werden als Kinder." Thatsächlich bezeichnete Professor Sprengel in seiner Geschichte der Arzneikunde den Isak Israili als den vorzüglichsten diätetischen Schriftsteller unter den Arabern und sagt von seiner Schrift „de diaetica": sie sei die ausführlichste und gründlichste, die über diesen Gegenstand bei den Arabern erschien, und sie könne noch für unsere Zeit einen bedeutenden Wert beanspruchen. In einer anderen Schrift „über den Puls der Blutgefässe" unternahm Israili einen Versuch, Probleme zu lösen, die erst in der neueren Zeit befriedigend enthüllt wurden. Israili erzog zahlreiche Schüler; unter ihnen war der hervorragendste Dunasch ben Tamün, der seinem Lehrer als Leibarzt beim Khalifen folgte. Wie Israili blieb auch Dunasch seiner Religion bis zum Ende seines Lebens treu. Eine andere Berühmtheit war der Arzt und Schriftsteller Afranim, der eine Bibliothek von 30 000 Manuscripten besass. Der Dichter Juda Charisi fand auf seiner Reise im Orient in Damaskus einen Arzt, den er enthusiastisch besang: „Der Vorzüglichste der Grossen, das Haupt der Edlen, die Krone der Gemeinden ist der grosse Arzt Mose ben Zadaka, die Säule der Frommen, eine feste Burg der Juden, der sich in den Eiss stellte f ür sein Volk. Seinesgleichen ist nicht im Lande und schweige ich von seinem Lobe, so würden seine Thaten ihn rühmen, seine Werke für ihn zeugen. Wie vielen Unglücklichen hat er Hilfe verliehen, wie viel Xothleidende gesättigt, wie viele Kranke, die dem Tode sonst anheimgefallen wären." Nach Ansicht Steinschneiders ist Mose ben Zadaka identisch mit dem berühmten Imram ben Zadaka, dem Lehrer des arabischen Geschichtsschreibers Ibn Ossaibije; wie letzterer erzählt, bedienten sich viele Könige und Fürsten der Heilmittel Zadakas. Das Wirken des grossen Maimonides oder Bamham ist genugsam bekannt; in Beruf und Amt eines Leibarztes des ägyptischen Sultans folgte ihm sein Sohn Abraham. Von dem jüdischen Arzte Abu Manssur Samuel, in dessen Hause der Dichter Juda Halewi bei seiner Reise nach dem heiligen Lande drei Monate verweilte, erzählte eine Anekdote: Einer der letzten fatimidischen Khalifen von Aegypten wollte sich seines ungerathenen Sohnes Hassan entledigen; er berief seinen jüdischen Leibarzt Abu Manssur Samuel und befahl ihm, den Prinzen aus der Welt zu schaffen. Abu Manssur Samuel aber sagte: „Ich verstehe mich nur auf unschädliche Mittel, Kornwasser und ähnliche Dinge." Darauf rief der Khalife einen arabischen Arzt und der vollführte seinen Befehl. Kaum war die That geschehen, so reute sie den Khalifen. Und der arabische Arzt, der so schnell zum Prinzenmord bereit gewesen, wurde verjagt, der jüdische hingegen für seine Standhaftigkeit belohnt. Als Arzt des Sultans Ssalaeddin fungierte zu Ende des XII. Jahrhunderts der Jude Ibn Dschenin Nathaniel, mit seinem langen arabischen Namen genannt Ebul Aaschair Ibn Hebethallah ben Sein ben Hassan ben Efraim. Der letzte Name ist dei seines Urgrossvaters, der gleichfalls als Arzt berühmt gewesen. Ibn