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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1901-09-01 · 9 (9.1901) · p. Seite 13

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
13 (1901)
Issue
9 (9.1901)
Date
1901-09-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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13 Wahlmanövern zu thun hat, liegt urasomehr auf der Hand, als gerade in diesen rein magyarischen Gegenden der Antisemitismus niemals Boden finden konnte. — In Szegedin wird seit Monaten schon in die Bevölkerung das Gerücht getragen, dass die Regierung um ein Blutgeld von 70 000 Gulden' den Juden die Erlaubnis ertheilt habe, zur Weihe der in Szegedin im Bau begriffenen Synagoge das Blut von sechzehn reinen christlichen Jungfrauen zu benützen. Der Wahnsinn findet leider Gläubige, und da und dort regen sich schon, bis nun von den Behörden rasch und mit Erfolg unterdrückte Judenverfolgungen. ■* Die „Nachrichten aus dem Orient'' veröffentlichen folgenden Bericht aus S m y r n a : Vor einem Gerichtshofe unter Vorsitz des Mustapha Nedi m Efendi fand hier der Process gegen 42 Personen statt, die angeklagt sind, an den Unruhen gegen die Israeliten theilgenommen zu haben, die in Smyrna in der Osterzeit dieses Jahres aus Anlass des angeblichen VerSchwindens eines griechischen Knaben entstanden waren. Zehn Advocaten (Türken, Griechen und Armenier) übernahmen freiwillig die Vertheidigung der Angeklagten. Der Anklage war zu entnehmen, dass zur Osterzeit ein Kind verschwunden sei. Aus diesem Anlasse hatten sich zahlreiche Personen bei der Pholinuskirche zusammengerottet, um das Judenquartier anzugreifen. Die einen begannen Sturm zu läuten, während die anderen die Equipage des Metropoliten aufhielten und denselben beschimpften, weil er sich nicht an ihre Spitze stellen wollte. Die Angeklagten leugnen jede Schuld; sie hätten sich an den Zusammenrottungen nicht betheiligt und wären nur durch Zufall verhaftet worden. Der Bericht des Commandanten 0 h e f k e t Bey, der an der Spitze eines Bataillons entsendet wurde, um die Volksmassen zu zerstreuen, besagt, dass, als der Tumult seinen Höhepunkt erreicht hatte, plötzlich die Nachricht kam, der Knabe sei nicht von den Juden ermordet worden, sondern habe sich vor den Misshandlungen seiner Mutter und seines Bruders geflüchtet und sei, als er erfahren, welche Folgen seine Flucht habe, freiwillig zurückgekehrt. Die Volksmenge hätte sich dann sofort mit Hochrufen auf den Sultan zerstreut. Der angeblich ermordete Knabe Anesti Kostu erscheint als Zeuge. Er ist 14 Jahre alt und Lehrling im Hause X e n o p u 1 o s. Er gibt an, dass ein gewisser W i 1h e 1 m einen Brief voller Anklagen gegen ihn an seinen Chef geschrieben habe. Er hätte sich gefürchtet, vor ihm zu erscheinen und hätte sich zu Fuss nach dem Dorfe Vurla begeben. Dort habe er von einem gewissen Haiepa erfahren, welche Folgen seine Flucht habe und er sei deshalb zurückgekehrt. Die als Zeugen vorgeladenen Polizisten schildern ziemlich übereinstimmend die Vorgänge, wollen aber in den Angeklagten die Ruhestörer nicht erkennen. Die Verhandlung wurde vertagt und am 25. August beendigt. Sieben der Angeklagten wurden wegen Aufwiegelung zu je sechs Monaten def ä n g n i s verurtheilt die andern Angeklagten, Engländer und Türken, wurden freigesprochen. Ein antisemitischer Steuerbeamfer. In einer Berauner Rasier st übe befand sich jüngst der dortige jüdische Kaufmann Herr Zeckendorf. Nachdem der Raseur ihn absolviert hatte, sollte der Steuerbeamte Josef Reichel an die Reihe kommen. Als der Barbier das Messer auf dem Riemen abzog, sagte Reichel: „Neberte tu britvu po toni

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