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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1901-09-01 · 9 (9.1901) · p. Seite 11

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
13 (1901)
Issue
9 (9.1901)
Date
1901-09-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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11 dem Inhalte von 2 Lottozetteln in dem Kleiderbündel des Mädchens gefunden wurde, und dass sich nunmehr Anna Jaroschawa wegen Irreführung der Behörden und Verleumdung beim k. k. Bezirksgerichte in Tulln in Haft befindet, während ich selbst nach Feststellung des Sachverhaltes noch am selben Tage auf freien Fuss gesetzt wurde. Emil Hoffer, Wien XIL, Schönbrunnerstrasse 194. * Ein HetzartikeL Am 18. Juli d. J. veröffentlichte das „Deutsche Volksblatt" im Anschlüsse an ein neuerliches Gircular des Kaufmannes Leopold Landau in Pforzheim, dessen dreimaligen Aufenthalt in der Irrenanstalt Illenau das grossherzoglich badische Bezirksamt Pforzheim amtlich bescheinigt hat, unter dem Titel: „Ein Jude über den Blutmord" einen Artikel, in welchem di e Jude« in ihrer Gesammtheit als Mitwisser und Helfershelfer greulicher Mörderbanden bezeichnet wurden* Gegen die Nichtbeanstandung dieses Artikels seitens der Wien er Staatsanwaltschaft haben wir schriftlich und mündlich an competenter Stelle energische B eschwerde erhoben und die nachträgliche Beschlagnahme der betreffenden Zeitungsnummer erwirkt. * Eine ungesetzliche Stelleii-Ausschreibung. Im „Anzeigeblatt zum Boten für Tirol und Vorarlberg" erschien am 27. Juli folgende Verlautbarung des Stadtmagistrates Innsbruck : „Stellen-Ausschreibung. Beim Stadtmagistrate Innsbruck sind drei Praktikantenstellen im städtischen Rechnungs- und Cassendienste mit 1. September 1901 zu besetzen. Bewerber um diese Stellen müssen deutscher Abstammung und christlicher Religion sein und haben sich über die mit gutem Erfolge vollendeten Studien an einer Mittelschule oder einer den Mittelschulen gleichgestellten Lehranstalt auszuweisen." Die Forderung des Nachweises christlicher Religion widerspricht den Artikeln 3 und 14 des Staatsgrundgesetzes über die allgemeinen Rechte der Staatsbürger. Wir haben «iaher gegen die ungesetzliche Ausschreibung zuständigen Ortes die Beschwerde erhoben. * Eine aufreizende Schaustellung. Im vorigen Jahre hatte in Tachau das Panopticum der Brüder Rück auf sein Zelt aufgeschlagen, welches unter den Büsten mehrerer Mörder auch jene des Leopold Hilsner öffentlich ausstellte. Ueber Intervention d^s Herrn Dr. Wilhelm Lurje in jTachau wurde die Büste von der dortigen Bezirkshauptmannschaft confisciert und bli<jb seither in Verwahrung dieser Behörde, bis am 21. Juni d. J. an dieselbe eine Zuschrift der Brüder Rück auf um sofortige Au-folgung und Zusendung der Büste nach Podersam gelangte. Ueber unser Einschreilen hat die Bezirkshauptmannschaft Podersam die Ausstellung der Hilsner- Büste daselbst untersagt; überdies wurde die Statthalterei in Prag angewiesen, den Brüdern Rückauf die Bewilligung zur Ausstellung der Büste für ganz Böhmen zu ver weigern. Ä Die Blutlüge. Das „Kronstädter Wochenblatt*' vom 10. d. brachte folgende märchenhafte Notiz, die selbstverständlich von allen antisemitischen Blättern mit entsprechenden Randglossen nachgedruckt wurde: „Seit einigen Tagen geht ein

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