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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1901-07-01 · 7/8 (Juli/August 1901) · p. Seite 31

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
13 (1901)
Issue
7/8 (Juli/August 1901)
Date
1901-07-01
Page
Seite 31 (sequence 31)
Language
German
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seine wichtigten Erfolge erntet es, wenn die Fürsorge mit der Vorsorge verbunden wird, wenn sie sieli ihrem hoffnungsvollsten Wirkungsgebiete, der .Tugend, zuwendet. Wir wollen nicht den grossartigen Segen verkennen, den Institute für das vorgerückte Alter stiften. Es ist eine Pflicht der Menschlichkeit und der Dankbarkeit, wenn wir dem gebrechlichen Alter in Siechenhansern eine Heimstätte begründen und die Armen unter ihnen vor dem schwersten Elend bewahren, mit dem müden, siechen Körper auszuziehen, um das Brot des Bettlers zu suchen. Es ist eine schöne und zugleich die ehrenvollste CJebung der Fürsorge, die sich sogar unserer gefallenen Brüder, der entlassenen Strafgefangenen, annimmt. Es ist die erspriesslichste Form der Selbsthilfe, die sich in unseren zahlreichen jüdischen Gesellschaften bethätigt, in denen sich Berufs- oder Standesgenossen nicht nur zur Pflege freundchaftlicher Geselligkeit, sondern auch zu gegenseitiger Hilfe zusammenthun, diese Gesellschaft der Freunde, der Bruderverein, die Magine Keim, Humanitätsvereine, unsere Bne-Brith-Logen und wie alle diese vortrefflichen Vereinigungen, deren Vertreter sich unter uns befinden, sich nennen mögen. Der Segen, den sie stiften, ist unübersehbar, denn wer könnte alle Uebel nennen, die sie verhindern? Und doch, so hoch ich alle diese Errungenschaften unserer so sehr zu Unrecht gegenüber der Vergangenheit herabgesetzten neuen Zeit schütze, noch höher bewerte ich die Fürsorge für das heranwachsende Geschlecht. Für die elternlosen Kinder sind Waisenhäuser geschaffen worden, wo sie liebevoll mit dem geistigen und moralischen Rüstzeug fürs Leben ausgestattet werden. Auch wenn das schulpflichtige Alter vorüber ist. ruht die Fürsorge nicht. Die Knaben werden unter Berücksichtigung ihrer individuellen Anlage in die Lehre gebracht, mit Stipendien unterstützt oder in Lehrlingsheimen, in Anstalten wie das Ahlemer Institut untergebracht. Für wissenschaftlich und künstlerisch begabte Jünglinge sorgen unsere „Hilfsvereine für jüdische Studierende". Vielleicht wirken unsere „Vereine zur Förderung des Handwerks und des Ackerbaues unter den Juden" social noch segensreicher, indem sie erfolgreich anstreben, der Vermehrung des wissenschaftlichen Proletariats vorzubeugen und unsere vielfach durch Bevorzugung der Gehirnarbeit physisch geschwächten Stammesgenossen durch das wirkungsvolle, schon von den Talmudlehrern angewandte Gegenmittel der Körperarbeit zu regenerieren. Auch die Fürsorge für das weibliche Geschlecht wird nicht vernachlässigt. Wir haben Mädchenheime, wir haben die vom D.-L G.-B. ressortierende: „Deutsch-Israelitische Darlehenscasse für Frauen und Jungfrauen" in Leipzig und einige kleinere Stiftungen, die sich, wie ja auch unsere Frauenvereine, der beruflichen Förderung des weiblichen Geschlechtes widmen. Ein wertvolles Thätigkeitsgebiet ist uneren Schwestern durch den „Verein zur Ausbildung jüdischer Krankenpflegerinnen" erschlossen worden. Da trotz aller Fortschritte der Neuzeit das Heiraten noch nicht aus der Mode gekommen ist, so können wir der altehrwürdigen socialen Einrichtung unserer Hachnassath Kalla-Vereine noch ein langes Leben in dem neuen Jahrhundert und in allen folgenden prognosticieren. Neben dem vielen Guten, das unser so weitgehend differenziertes Wohlthätigkeitswesen stiftet, hat sich allerdings ein Nachtheil herausgebildet, den Sie alle kennen; die Ausbeutung der Vereine und milden Stiftungen durch geschickte Petenten, die sich den mangelnden Zusammenhang der verschiedenen Institutionen zunutze zu machen verstehen. Hier hat sich die officielle Wohlthätigkeitsstelle unserer „Jüdischen Gemeinde" zu ihren grossen Verdiensten das grösste erworben, indem sie unseren „Verband der jüdischen Wohlthätigkeitspflege", der uns auch heute hier zusammengeführt hat, ins Leben rief. Wenn in der Gesammtheit unserer so zahlreichen und so mannigfachen milden Institutionen das verkörperte Princip der Nächstenliebe, das Gemiluth Chessed, gleich dem Opal, von dem Nathan der Weise

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