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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1901-07-01 · 7/8 (Juli/August 1901) · p. Seite 22

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
13 (1901)
Issue
7/8 (Juli/August 1901)
Date
1901-07-01
Page
Seite 22 (sequence 22)
Language
German
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die bekanntesten Namen der jüdischen Finanz neben Vertretern der Industrie und der Wissenschaft. Es wurde beschlossen, bis zum Herbst die organisatorische Thätigkeit in Deutschland selbst nach Möglichkeit zu fördern, damit alsdann die materielle Grundlage vorhanden sei. um nach Prüfung der Vorschläge des eingesetzten Unterausschusses unmittelbar die praktische Thätigkeit beginnen zu können. Als zunächst zu lösende Aufgabe ist ins Auge gefassst die Fortsetzung des rumänischen Hilfswerkes. Das Studium der Schulfrage im Orient und die Möglichkeit der wirtschaftlichen Förderung der dortigen Juden beschäftigt andere Ausschüsse. Berlin, 6. Juni. (Beschlagnahme einer Ansichtskarte mit der Darstellung des Polnaer Mordes.) Heute wurde hier eine Ansichtspostkarte, welche den „Blutmord an der christlichen Jungfrau Anna Hruza am 29. März 1899 im Brezinawalde bei Polna* darstellt, mit Beschlag gelegt. Gegen den Verleger wurde das Strafverfahren eingeleitet mit der Begründung, d a s s er durch den Inhalt dieser Postkarte das rituelle Schächten und die Anwesenheit jüdischer Religionsbeamter mit der Ermordung eines Menschen in V e r b i n d u n g gebracht und öffentliche Einrichtungen und Gebräuche der jüdischen Religionsgemeinschaft beschimpft habe. (Wir empfehlen diese Begründung der besonderen Würdigung unserer österreichischen Staatsdnwälte. Anm. d. Red.) Mainz. (Die Polnaer Affair e vor einem deutschen Gerichte.) Die Verhandlung über den Pressprocess, welchen der Bischof B r y n y c h von Königgrätz und der ehemalige Cooperator von Polna FerdinandV 1 c z e k gegen die verantwortlichen Redacteure des „Freidenker* in Wiesbaden und der „Kleinen Presse" in Frankfurt a. M. wegen Beschuldigung der Mitwissenschaft bezüglich des an der Agnes Hruza verübten Mordes beim Schöffengerichte in Mainz eingebracht haben, wurde über Antrag der Parteien auf den 28. Juni vertagt. Mittlerweile ist die Klagesache des Bischofs Brynych gegen die „Kleine Presse" durch folgenden Vergleich erledigt worden : „Die Redaction der „Kleinen Presse" nimmt die gegen den Herrn Bischof Brynych in Königgrätz in der „Kleinen Presse" vom 20. Januar 1901 erhobenen Beschuldigungen unter dem Ausdruck des lebhaften Bedauerns als unwahr zurück und verpflichtet sich, die Kosten des Rechtsstreites zu tragen, sowie zur Sühne den Betrag von 100 Mark für die Armen zu zahlen." — Die Klagesache des Pfarrers Ferdinand Vlczek ist nicht ausgeglichen und wird am 28. Juni verhandelt werden. Briefkasten. Herrn Aba Bloch, Delatyn. Wir bestätigen Ihre Mittheilung, dass die gegen Sie eingeleitete strafgerichtliche Untersuchung Ihre volle Unschuld zutage gefördert hat und von der Staatsanwaltschaft eingestellt wurde. Ihrem Wunsche entsprechend, nehmen wir den unserem Rechtsschutzbureau abgestatteten Dank hiermit öffentlich zur Kenntnis. Herr Ch. B. Delatyn. Die uns mitgetheilten Facten eignen sich nicht zu öffentlicher Behandlung; wir werden dieselben in vertraulichem Wege erledigen.

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