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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1901-07-01 · 7/8 (Juli/August 1901) · p. Seite 13

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
13 (1901)
Issue
7/8 (Juli/August 1901)
Date
1901-07-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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13 bracht und dann den Boden abgesperrt; das Kind fand da einen Sack mit dem Samen von Bilsenkraut und ass davon in der Meinung, es sei Mohn. Samuel Stern, dessen Vertheidigung Dr. Wilhelm Väzsonyi führt*, hatte die Kleine thatsächlich gar nicht zu Gesicht bekommen. Auf Grund dieses Resultates der Untersuchung stellte der Gerichtshof für den Pester Landbezirk in Gemässheit des Antrages der Staatsanwaltschaft das weitere Verfahren ein. Wie Ritualmordmärchen entstehen. Darüber erzählt der Prager „Cas" ein hübsches Geschichten: Die „Radikalni Listy", ein Ritualmordblatt im Stile des „Deutschen Volksblatt", hatten berichtet, dass in Schwarzkosteletz eine Geschäftsfrau St. mit dem Rabbiner über ein im Laden anwesendes Christenmädchen gesprochen, and dass der Rabbiner, der zugleich auch Schächter sei, die Aeusserung gemacht habe: „Die ist .schlachtferti g." In Wirklichkeit verhält sich die Sache folgendermassen : In Schwarzkosteletz gibt es weder einen Rabbiner noch einen Schächter. Dieser Tage kam in das Geschäft der Frau St. ein Dienstmädchen namens E. H. Frau St., die das Mädchen schon längere Zeit kennt, liess sich mit ihr in ein Gespräch ein und sagte dabei unter anderem, die H. sei ein fesches Mädchen. Der anwesende jüdische Geschäftsmann G. sagte darauf, die H. könnte sofort einen Mann finden. Die H. gab ihm eine schnippisehe Antwort, worauf G. bemerkte: „Ta je schlagfertig" (Die ist schlagfertig). Es war ihm nämlich der czechische Ausdruck für „schlagfertig" nicht sofort eingefallen. Aus diesem „Schlagfertig" hatte die Ritualmordphantasie eines clericalen Zuhörers das Wort „schlachtfertig" gemacht, und durch Vermittlung des Herrn Kaplans war die Sache in die Oeffentlichkeit gedrungen. Ein neuer Mädchenraub. Die galizische Presse beschäftigt sich wieder mit einer gewaltsamen Entführung eines Mädchens in ein Kloster, und überall wird die Ueberzeugung ausgesprochen, dass nur durch strenge, rücksichtslose Bestrafung der Schuldigen derartige Scandale für die Zukunft unmöglich gemacht werden können. Ueber den neuesten Fall berichtet die „Arbeiter Zeitung" : Am 2. Mai um 8 Uhr abends kamen in das Wirthshaus des Salomon Schwimmer in Drwjenia bei Bochnia vier Bauern. Nachdem sie Schnaps getrunken hatten, drangen sie in das Wohnzimmer des Wirtes, rissen die 17jährige Tochter aus dem Bette und entführten sie gewalsam. Der Vater wurde niedergeworfen und an der Verfolgung der Räuber gehindert. Das Mädchen wurde dann in einen Wagen getragen, der in der Nähe bereit war und in dem bereits zwei Nonnen sassen. Der Wagen fahr in das Kloster von Mikluszowice. Während der Fahrt wurde das Mädchen in Nonnenkleider gesteckt. Als es um Hilfe schrie, wurde ihr der Mund zugehalten. Vor dem Kloster warteten bereits ein Pfarrer namens Rampelt und ^ine dritte Nonne. Von da ging die Fahrt über Bochma und Tarnow

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