Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 13 (1901)
- Issue
- 5/6 (Mai/Juni 1901)
- Date
- 1901-05-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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4 Kampf inmitten der Judensehaft. Das Resultat war eine überwiegende Stimmenzahl für unsere Candidaten, bis auf jene zwei Mandate, die durch Auftauchen einer neuen, von Mitgliedern des Cultusvorstandes unterstützten Liste in die Stichwahl kamen; diese überliessen wir bei der Stichwahl ohne Kampf und in friedlichem Einvernehmen beiden Gruppen. Die Reichsraths wählen haben bei der mangelhaften Organisation der Judenschaft uns zu vollster Reserve verpflichtet. Zwei Versammlungen, welche wir deshalb abhielten, brachten als Ergebnis die Resolution, dass unsere Glaubensgenossen eingeladen werden, nur jene Candidaten zu wählen, Avelche als Gegner der antisemitischen Parteien die grösste Chance haben, durchzudringen. Die administrative Hauptarbeit unserer Thätigkeit bildete die Inauguration unserer Wanderversammlungen, Durch den Leiter unseres Rechtsschutz-Bureaus haben wir in 51 Cultusgemeinden Böhmens und Mährens, 7 Cultusgemeinden Niederösterreichs und je einer in Linz und Graz Wandervorträge abgehalten, in welchen die Tragweite unserer Defensiv-Organisation klargelegt und Gegenstand einer eingehenden Discussion wurde. In Wien selbst wurde gleichfalls mit dieser Thätigkeit begonnen, und wurden sechs Versammlungen im zweiten, vier im neunten und eine im zehnten Bezirke abgehalten. Das ist erst der Beginn unserer zielbewussten Organisation der gesammten Judenschaft Das Resultat ergibt, dass wir dermalen in Pilsen 136, Graz 91, Budweis 91, Teplitz 69, Floridsdorf 67, Iglau 62, Baden 58 Brüx 42, Böhmisch-Leipa und Reichenberg je 41, Linz, Pardubitz und Leitmeritz je 40 und in folgenden weiteren 126 Städten Mitglieder und Vertrauensmänner haben. Jede Rechtsverletzung, welche durch den Antisemitismus an unseren Glaubensgenossen begangen wird, gelangt durch diese Vertrauensmänner sofort zu unserer Kenntnis und bietet uns Anlass, das Recht zu schützen. Wir betonen ausschliesslich ein verletztes Recht, ein Unrechtsschutz-Bureau werden wir nie und nimmer sein. Hand in Hand damit musste für die Schaffung eines Bindegliedes zwischen uns und unseren Mitgliedern gesorgt werden. Unsere Monatsschrift erfüllt diese Aufgabe in gutem Masse,, und wir streben mit aller Sorgfalt ihre Ausgestaltung an. Dem verdienten Redacteur Herrn Fleischer stehen als Redactions- Comite zur Seite der Vicepräsident Herr Professor Dr. Ehr m a n nT der Vorstand des Rechtsschutz-Bureaus Herr Sigmund Mayer und der Beirath Herr Dr. Bloch. Der von der „Union" unter der sehr dankenswerten Mitarbeiterschaft unseres Ehrenmitgliedes Herrn Docenten Dr. Josef G r ü n f e 1 d herausgegebene Kalender hat eine Mission zu erfüllen. Eine emsige Arbeit wird darin untergebracht; die Auflage beträgt 5000 Stück. Neben den vielen rückhaltlosen Anerkennungen, welche die Schöpfung der „Union" allseits findet, muss als eine sehr