Mannheim
Compact Memory

Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1901-05-01 · 5/6 (Mai/Juni 1901) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
13 (1901)
Issue
5/6 (Mai/Juni 1901)
Date
1901-05-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/9756662-9602173-9602262--0096-9602267
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

beklagenswerte Erscheinung hingestellt werden, dass 1138 Empfänger das Exemplar weder bezahlt noch zurückgeschickt haben. (Bewegung.) Der Vorstand wird die Mittel in Erwägung ziehen, um im Einzelnen eine Remedur zu schaffen und die Pflichten der Allgemeinheit gegenüber in Erinnerung zu bringen. Das neue Heimats recht, welches seit dem 1. Jänner 1901 Gesetzeskraft erlangte, hat unsere volle Aufmerksamkeit in Anspruch genommen. Tausende ungarische Glaubensgenossen leben seit Jahrzehnten in Wien; ein grosser Theil hat durch Versäumnisse sein ungarisches Staatsbürgerrecht bereits verloren und ist sonach heimatslos. Die Bewerbungen stehen jedoch weit hinter den Erwartungen, die wir gehegt haben, zurück. Dermalen sind bei uns 203 Gesuche in Behandlung. Der Vorstand wird erwägen, mit welchen Mitteln weitere Kreise für die Wichtigkeit dieser Zuständigkeitserwirkung interessiert werden sollen. Eine in grossen Kreisen unserer Glaubensgenossen seit langer Zeit gehegte Lieblingsidee, die Schaffung eines jüdischen Vereinshauses, hat den Vorstand der „Oesterreichisch-israelitischen Union" in wiederholten Berathungen beschäftigt. Eine von 100 Vereinsmitgliedern gefertigte Eingabe an den Vorstand gab den unmittelbaren Anlass dazu. Einstimmig wurde dem Gedanken die vollste Sympathie ausgesprochen, und das Resultat von vier Conferenzen ergab die Bereitwilligkeit, diesen Plan kräftigst zu fördern. Durch den Präsidenten wurde der Gedanke anlässlich der „ChewraSude" vor 300 — worunter viele unserer wohlhabendsten — Gemeindemitgliedern propagiert. Die Propaganda wird fortgesetzt und wünschen wir, dass die berufenen finanziellen Kreise dem Projecte jene Sympathien entgegenbringen, deren es sich in unserem Kreise bereits erfreut. (Beifall.) Die Resultate unserer Agitationsaction finden in folgenden Ziffern ihren Ausdruck : Bei der XIV. General-Versammlung hatten wir einen Stand von 1279 Mitgliedern, 120 mussten gestrichen werden, es verblieben demnach 1159 Mitglieder. Am 31. December 1900 erreichte der Stand die Zahl von 1727, und am 31. März 1901 die Zahl von 3477 Mitgliedern. (Beifall.) Selbstredend ist diese Zahl erst die Grundlage unserer Arbeit; die Thätigkeit in Wien beginnt erst, die Hauptstädte und viele andere Städte der Provinz fehlen noch ganz. Zudem müssen die Wanderversammlungen auch dort wiederholt werden, wo wir Mitglieder bereits besitzen. Darin harrt unser eine grosse Arbeit. Die Cassagebarung wird Ihnen durch den Cassa-Ausweis zur Kenntnis gebracht werden; wir haben am 31. December 1900 mit dem kleinen Saldo von 4246 Kronen geschlossen. Die sehr vermehrte Mitgliederzahl bringt auch grössere Eingänge, aber auch ungleich grössere Ausgaben. Heute weist unsere Casse einen zwar grösseren Barsaldo auf, zur Deckung unseres Jahresbudget reicht dieser jedoch noch lange nicht hin. Dankbar anerkennen wir, dass die Vereinsmitglieder unserer Bitte, die Beiträge bei

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.