Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 13 (1901)
- Issue
- 5/6 (Mai/Juni 1901)
- Date
- 1901-05-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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musste zeitweilig dringend gewordene Reisen unternehmen, in Wien selbst seine Thätigkeit ausserhalb des Bureaus verlegen, und dadurch war dieses oft verwaist Während dieser Zeit mussten jeweilig Vorstandsmitglieder die dringendsten Agenden versehen. Das war für die Dauer nicht haltbar, wenn nicht die Geschäftsführung dadurch empfindliche Einbusse erleiden sollte. Deshalb haben wir nun die Stelle eines zweiten Secretärs geschaffen und dafür in der Person des Herrn Türkei eine glückliche Wahl getroffen; ausserdem haben wir in Herrn Pick einen Vereinsdiener angestellt, der seine Pflicht gewissenhaft erfüllt. Die Amtsstunden des Vereines wurden von 9—12 und von 3—7 Uhr bestimmt, doch erwägt der Vorstand, mit Rücksicht auf die Bedürfnisse des Publicums, aus dem ein Theil in den Mittagsstunden das Bureau leichter in Anspruch nehmen kann, die Amtsstunden von 9—2 und von 5—7 Uhr zu fixieren. Im abgelaufenen Jahre verzeichneten wir einen Ein lauf von 570 Geschäftsstücken, wogegen 562 Stücke ausgiengen. 1619 Briefe in Sachen unseres Actionsprogrammes, 17.719 Briefe anlässlich unserer Wanderversammlungen und 6526 durch die Kalender-Edition giengen aus, somit im ganzen 26.996 Stück. In 12 Comite-Sitzungen, 7 Berathungen des Exeeutiv-Comites und 21 Vorstands-Sitzungen wurden die Vereins-Agenden nach gründlicher Erörterung ihrer Erledigung zugeführt. Für einen auserwählten Kreis unserer Mitglieder und ihrer Damen wurden unsere Vortrags-Abende zum Sammelpunkte. Es sprachen als Vortragende folgende Herren: am 20. October Reichsrathsabgeordneter Dr. Julius Ofner über „Kinderraub in Galizien; am 27. October Dr. M. L. Stein über „Häckels Welträthsel"; am 5. Jänner Adolf Gelber über „Drei Jahrhunderte Shylock-Schimpf"; am 9. Februar Dr. Julius Ofner über „Nach den Wahlen"; am 16. Februar Dr. Israel Tagleicht über „Die ältesten jüdischen Volksschulen"; am 23. Februar Heinrich Glü cksmann über „Antisemiten-Hammer;<; am 2 März Dr. Ferdinand Kronawetter über „Confession und Staatsbürgerrecht"; am 9. März Dr. Armand K a m i n k a über „Philo und das hellenische Judenthum"; am 16. März Baurath Wilhelm Stiassny über „Das jüdische Museum für historische Denkmäler". Wir sind den genannten Herren für ihre thatkräftige Mitwirkung an unseren Organisationsbestrebungen zu ganz besonderem Danke verpflichtet. (Beifall.) Die im Vorjahre stattgehabten Cultuswahlen beschäftigten uns vorerst mit der Frage, ob es Sache eines politischen Vereines ist, zur Vorstandswahl dieses administrativen Körpers Stellung zu nehmen; die Mehrheit des Vorstandes glaubte, diese Frage bejahen zu müssen. Demgemäss leiteten wir eine Action in der allgemeinen Wählercurie ein, deren Erfolg Sie ja kennen. Zwei Gruppen wollten wir je ein Mandat zur Verfügung stellen, doch wurde unser Vorschlag nicht angenommen, und so gab es einen bedauerlichen