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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1901-03-01 · 3 (3.1901) · p. Seite 8

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
13 (1901)
Issue
3 (3.1901)
Date
1901-03-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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s eine Bäuerin und zwei Juden verbrannt wurden, weit sie ihr ein Knäblein abkauften, ihm das Blut entzogen und es getödtet haben. Ein Jahr darauf sei nach Budweis die Nachricht gekommen, dass der Jude Michael in Retz von einem Hirten ein Kind gekauft und ihm das Blut entzogen habe. Derselbe habe sich gerühmt, dass aus diesem Grunde ein Rabbiner aus Budweis zu ihm geschickt worden sei. All dies bleibt trotz § 30*2 Str.-G. unbeanstandet. Pilsen. (Zur Nachahmuli g.) An die Mitglieder der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde wurde folgendes Circular versendet: „P. T. Die „Oesterreichische Israelitische Union" in W i e n ist eine Vereinigung, die es sich zu ihrer vornehmsten Aufgabe gemacht, den zahlreichen feindseligen Angriffen, denen das Judenthum in der Gegenwart ausgesetzt ist, mit wirksamen Mitteln zu begegnen. Der beiliegende Journalauszug legt in gedrängter Kürze Zeugnis dafür ab. in welch energischer und erfolgreicher Weise die genannte Vereinigung die bedrohten Rechte unserer Glaubensgenossen zu wahren bestrebt war. Aber noch viel grössere, weitausgreifende Actionen. die sich jedoch der öffentlichen Discussion entziehen, sind zum Schutze des Jud^nthums von der ..Oesterreichischen Israelitischen Union** in Angriff genommen worden. Diese segensreiche Thätigkeit der genannten Vereinigung ist aber mit sehr bedeutenden Auslagen verbunden, die nur dann gedeckt werden können, wenn die gesammte Judenschaft Oesterreichs diese Bestrebungen durch materielle Beihilfe unterstützt. Niemand ist klein genug, um den minimalen Beitrag für diese edle Vereinigung nicht aufzubringen, und niemand gross genug, um unter den heutigen Verhältnissen die Ohnmacht des einzelnen und das Bedürfnis, sich an die Gesammtheit anzulehnen, nicht herauszufühlen. Deshalb ergeht hiermit an die geehrten Mitglieder unserer Cultusgemeinde die ebenso höfliche als dringende Einladung, sich in den Dienst der guten Sache zu stellen und, dem Beispiele unserer Glaubensgenossen in den anderen grösseren Gemeinden unseres Vaterlandes folgend, dem Vereine „Oesterreichisch-Israelitische Union** in Wien als Mitglieder beizutreten. Der Cultusvorsteher: Dr. Schanzer. Der Vertrauensmann für Pilsen der „Oesterreichische-Israelitischen Union** in Wien: Ludwig Bau m. — Der kleinste Jahresbeitrag ist auf 4 Kr. festgestellt, wogegen die Mitglieder die monatlich erscheinende Zeitschrift des Vereines gratis erhalten. De]* Vereinsdiener wird in einigen Tagen behufs Entgegennahme Ihrer Beitrittserklärung bei Ihnen erscheinen.** Aus Nordböhmen. Zu den mehrthätigen Debatten, welche im „Deutschen Fortschritts-Club** des Abgeordnetenhauses über die Frage, ob in denselben Juden aufgenommen werden sollen, abgeführt wurden, liefert ein Artikel der deutsch-fortschrittlichen „Tetschen-Bodenbacher Zeitung" eine bemerkenswerte Ergänzung. Es heisst in demselben „D er Verlauf der Umformungskrise, welche die Fortsohrittsparteidurchmacht, gibt jenen Abgeordneten recht, welche es v o n A n f a n g an zurückgewiesen haben, sich zu einer Liebe zwingen zu lassen, die ihrem zersönlichen E m pfin den und ihrer politischen U e b e rzeugung widerspricht." „Die Deutsche Fortschrittspartei hat sich seinerzeit von den übrigen Resten der Vereinigten Linken losgelöst, und sie hat eine Wiedervereinigung mit ihnen bis j etzt stets zurückgewiesen, weil ihr diese Gruppen nicht national verlässlich genug waren. Die Fortschrittspartei hat also eine Verschmelzung mit diesen Elementen selbst zu einer Zeit vermieden, als sie vielleicht noch stark genug gewesen wäre, diese Elemente zu assimilieren und ihren Charakter als streng nationale Partei zu bewahren. Jetzt ist die ehemalige Fortschrittspartei in Böhmen decimiert, ihr Rest ist in der neuen Verdnigung das fünfte Rad am Wagen geworden, die Führung haben d i e A b g e o r d-

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