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Mittheilungen der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1898-04-01 · 104 (4.1898) · p. Seite 5

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Journal
Mittheilungen der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
10 (1898)
Issue
104 (4.1898)
Date
1898-04-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 10 L Mittheilungen der Oesterr.-Israel. Union. 5 aller durch ihr Zusammenfassen eine Steigerung erfahren, welche, für die Zwecke des Staates benutzt, Oesterreich auf eine ungeahnte Höhe von Wohlstand und Macht bringen muss." Bisher ist Letzteres nicht eingetreten. Es ist noch immer nicht gelungen, alle Nationalitäten Oesterreichs zu vereinigen und zu gemeinschaftlicher Arbeit für das Wohl Aller anzuregen. Es sind daher auch die wohlthätigen Folgen einer Völkereinigung ausgeblieben und sind vielmehr die Zustände immer schlimmere geworden, so dass sie Jeden, welcher es mit Oesterreich aufrichtig meint, mit Angst und Bangen vor dessen Zukunft erfüllen müssen. Fischhof ist bekanntlich Präsident des Sicherheitsausschusses geworden. Er gehörte auch dem ersten constituirenden Reichstage an und ist im Verfassungsausschusse, dessen Mitglied er war, namentlich für die Versöhnung zwischen Deutschen und Czechen eingetreten. Nach langen und heftigen Kämpfen im Verfassungsaasschusse — es standen dem Deutschnationalen Löhner gegenüber Palacky und Bieger -— gelang es, eine Einigung herbeizuführen und zwar insbesondere in Betreff des Curiatvotums in nationalen Fragen und der Eintheilung der Kreise in Böhmen, Mähren und Sohlesien nach Nationalitäten. Fischhof wies damals wiederholt darauf hin, dass Olerus und Feudaladel der Dritte seien, welcher sich an dem Kampfe zwischen Deutschen und Czechen freue. Im März 1849 erfolgte der Staatsstreich. Die Abgeordneten erhielten schon Ende Februar aus Hofkreisen, die dem einen oder dem anderen Abgeordneten mehr oder weniger freundlich gestimmt waren, Andeutungen, welche die Flucht empfehlenswerth erscheinen Hessen. Fischhof soll bereits am 28. Februar von der Auflösung des Reichstages und der ihm drohenden Verhaftung in Kenntniss gewesen sein; er verschmähte es aber im Bewusstsein dessen, dass er nichts gethan habe, was er nicht rechtfertigen könnte, die Flucht zu ergreifen und wurde thatsächlich auch sofort nach der Sprengung des Reichstages am 7. März 1849 wegen Hochverrathes in den Anklagezustand versetzt, durch 8 Monate in Untersuchung gehalten und schliesslich ab instantia freigesprochen. Das war eines jener Mittel einer barbarischen Reaction, durch welches man Denjenigen, denen man nichts anhaben konnte, wenigstens wie man sagt, ein „Klampfl" angehängt hat, das aber schwere Folgen für das ganze Leben hatte. Ab instantia freigesprochen werden hiess:- Er ist einfach losgelassen worden, weil keine genügenden Beweismittel vorhanden waren, um ihn einzusperren; ein schlechter Kerl ist er aber doch (Heiterkeit.) Fischhof hat jahrelang an den Folgen derselben leiden müssen. Er wäre vielleicht auch möglicherweise etwas schärfer behandelt worden. Dem Professor Jellinek, einem Neffen jeues Hermann Jellinek, der in den Stadtgraben geführt und erschossen worden ist, sagte Fischhof: „Messenhauser war ein Katholik, Blum ein Protestant, und es hat daher noch ein Jude herhalten müssen, um in den Stadt-

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