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B'nai B'rith · 1926-06-01 · 6 (6.1926) · p. Seite 167

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
5 (1926)
Issue
6 (6.1926)
Date
1926-06-01
Page
Seite 167 (sequence 3)
Language
German
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167 namentlich Mathematik, Astronomie und Medizin, von angesehenen Lehrern eingeführt. Um idas Jahr 1158 aber traf die spanischen Juden, die bisher unter der Herrschaft der Al-Moraviden ruhig an der hohen Kultur des Landes Anteil genommen hatten, ein hartes Los. Damals rissen nämlich die fanatischen Almohaden unter Aibdalmumen die Herrseihaft an sich und dieser verlangte von allen Andersgläubigen die Annahme des Islam. Allerdings handelte es sich dabei mehr um eine Formsache, nämlich die öffentliche Ablegung des mohammedanischen Glaubensbekenntnisses in der bekannten Formel: „Allah ist Gott und Mohammed ist sein Prophet", als um wirklichen Glaubenszwang, aber auch das dünkte vielen Juden unerträglich und so wanderten viele, darunter auch die Familie Maimun, aus. Ob der damals 25jährige Maimonides in der Not zum Schein den Islam angenommen hat, darüber herrscht heute noch keine Einigung; aus seinen Schriften, namentlich einem Sendschreiben in Sachen des Glaubenszwanges, geht klar hervor, daß er es sogar für religiös geboten hält, sein Leben nicht für jene Formel in die Schanze zu schlagen, weil der Islam ja strengen Monotheismus und die Einheit Gottes lehre. Allerdings sollte man trachten, sich so schnell als möglich solchen Verhältnissen zu entziehen. Das tat er denn auch, und nun begann für ihn ein unsteteis, entbehrungsreiches, ja oft gefährliches Wanderleben. Fast sieben JahTe irrte er in Nordafrika umher, endlich gelang ihm die Überfahrt nach Palästina, wo er im Jahre 1165 ankam. Während dieser Zeit hatte er .bereits seinen berühmten Mischna-Kommentar ausgearbeitet. Nach kurzem Aufenthalte im heiligen Lande begab er sich nach Ägypten, wo er sich in Fostat, in der Nähe von Kahira (Kairo) niederließ. Aber auch jetzt war es ihm nicht vergönnt, ein ruhiges Leben zu führen. Sein Bruder verunglückte auf einer Seereise und mit ihm ging auch das ganze Vermögen Maimunis verloren. Als sollte es damit noch nicht genug sein, überfiel ihn eine schwere Krankheit, die ihn ein volles Jahr ans Lager fesselte und wohl seine physischen, nicht aber seine geistigen Kräfte brach. Zu stolz, um von seiner Gelehrsamkeit irgendwelchen Nutzen zu ziehen, widmete sich Maimonides nun der praktischen ärztlichen Tätigkeit, die ihn bald so berühmt machte, daß er als Arzt an den Hof des Sultans gezogen wurde. Zugleich wurde er wegen seiner mannigfachen Verdienste um die Gemeinde sowie seiner Gelehrsamkeit an die Spitze des Rabbinerkollegiums gestellt. Aber auch jetzt wurde er sowohl von den neidischen Arabern, als auch von manchen fanatischen Glauibensgenossen angegriffen, bis er. zirka um das Jahr 1180, durch die Veröffentlichung seines Riesenwerkes Mischne Thora wenigstens die letzteren zum Schweigen brachte. Erst gegen sein Lebensende gab er sein philosophisches Hauptwerk, More Nebuchim, Führer der Irrenden, heraus.' Im Jahre 1204 starb Maimonides, nachdem sein Ruhm von Ägypten bis in die Provence und das östliche Arabien sich verlbreitet hatte, von allen Gebildeten seiner Zeit tief (betrauert. Sein Volk aber wußte ihm kein schöneres Denkmal zu setzen, als indem es ihn mit jenem ersten großen Mose verglich, der sich den höchsten Titel errungen hatte, den das Judentum zu vergeben hat: Mose, unser Lehrer."

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