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B'nai B'rith · 1926-05-01 · 5 (5.1926) · p. Seite 146

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Journal
B'nai B'rith
Volume
5 (1926)
Issue
5 (5.1926)
Date
1926-05-01
Page
Seite 146 (sequence 18)
Language
German
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146 Die Debatte. B r. L<ed er er (Union). Unser Orden verkörpert seit je die Friiedienisidee. Eis ist darum schwer, li'hn sozusagen nachträglich, zu eilner Filiale der Friedens b e w e ig u n g zu machen. Es ist kein Einwand dagegen zu erheben, daß wir der Friedensbewegung alle Aufmerksamkeit schenken, aber diie Wege zu dem hochgesteckten Ziel des Friedens unter den Menschensind verschieden. Was über die Beschäftigung mi'it der Priedens'idee hinausgeht, die obfliLgiaitoTas^ihe Erfüllung der ganzen Logenarbeit mit den Angelegenheiten der pazifistischen Bewegung, müßten wir vom Standpunkte unserer engeren Aufgabe ablehnen. B r. Wo 1 f (Silesiia) weist daraufhin, daß zu den Problemen des Pazifismus auclh der Gedanke der allgemeinen W eh r;p flicht von P o ip pe r - L ynk e u s gehört. Hier werde eine gerechte Lösung der sozialen Fmage vom Standpunkte der Freiheit (nicht wie bei Marx der Qleichheirt) aller Menschen vorgesehlagen. Damit 'erst würden die Voraussetzungen für elinen wirklichem Pazifismus geschaffen. Bit. Feith (Moravia) erörtert im Anschlüsse an Br. Wolf die wirtschaftlichem Voraussetzungen des Pazifismus. Er findet, daß der paziifiiistische Oedanke die Menschen so durchdriitngem muß, daß im Wege einer Vereinbarung ein Gedanke wie etwa der Paneuropas durchgeführt werde. Wollte man mit wirtschaftlichen Ideen, z. B. wie der allgemeinen Wehrpflicht, zueirsit beginnen, so würde man den Pazifismus nicht herbeiführen. Br. Feith /verweist auf Bulgarien, das tatsächlich eine Näihrairmee aufgestellt habe. oihme daß eis darum dort anders wäre, als sonstwo in Buropa. Denn eine solche Wehnarmee wird zu einer schweren Konkurrenz der Privatwirtschaft. Derartige wirtschaftliche Ideen setzen die Aufhebung der Privatwirtschaft voraus. Darum muß die Idee des Pazifismus ein S oh'ibo ie t'h für uns sein. Alle wertvollen Bestrebungen unter den Menschen sind ipazifistiseh, auch der kul11 u r e 11 e Nat iona 1 i s m u s ie t im Grunde eine pazif istIis che Idee. Br. Gr o ßpr äsi d en t A d e r (Polen). Wir haben die Pflicht, die Idee des Pazifismus aufzugreifen und zu pflegen, weil wir an den Fortschritt der Menschheit glauben müssen. Die Erreichbarkeit eines Zieles kommt hier nicht in Frage. Manches, das nach allgemeiner Meinung unerreichbar schien (Gründung des polnischem, tschechischen .Staates) ist vor unseren Augen WirMiiehkeit geworden. Vor allem sei es nötig, dem Pessimismus entgegenzutreten. Br. Ader verweist auf den praktischen Idealismus der Paneuropaidee. dessen Schöpfer Coudenhove-Kalergi (wie schon sieiin Vater) den Antisemitismus in seinen Schriften bekämpft. Br. Ader ni'imimt die Gelegenheilt wahr, über die heutigen Zustände unter den Juden Polens in sehr interessanter Weise zu sprechen. Br zeigt den schroffem Gegensatz zwiiseben alter und neuer Generation, die Entfremdung der Jugend von allem traditioneil Jüdischen, kurz die Symptome einer meaidelsstotaschen Epoche. Hier kann nur eine liebevollere Pflege der jüdischen Ttadiition und die Pfllege der Friedemsidee Hälfe bringen. Br. Bischitzky hebt in seinem Schlußworte hervor, daß es sich nicht um eine alles andere ausschließende, sondern nur um eine stärker betonte Beschäftigung mrit der Friedensidee handle. Gewiß sei die Friedensbewegung heulte eine politische Bewegung, aber eine politische Bewegung, in der wir stehen sollen. Das seihelimbair „utopische" des Zieles darf uns ni!c!h|t schrecken. Utopie ist ein Wort, das wir nicht kennen solllen. Die Beschlüsse. Allen Logen des Distriktes wird die Betätigung im Sinne des Friedensge danke n s empföhle n. Die Betätigung hat auf folgende Weise zu erfolgen: 1. Erziehung der Brüder zum Friedensgedanken, a) Durch Vorträge über das Wesen des Pazifismus.

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