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B'nai B'rith · 1926-05-01 · 5 (5.1926) · p. Seite 144

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
5 (1926)
Issue
5 (5.1926)
Date
1926-05-01
Page
Seite 144 (sequence 16)
Language
German
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141 6. Die Länder haben sieh zu einer den ganzen Staat umfassenden Fürsorgegemeinschaft zusammenzuschließen, die die Mittel durch Beitragleistiungen der Kulturverbände, bzw. des Staates aufbringt. Diese Mittel sind an Wohlfahrts zwecken zu verwenden, die der Gesamtheit der Juden ides Staates zugute kommen. (Spitäler, Waisenhäuser, Altersheime usw., welche Juden aus der ganzen Republik aufnehmen.) 7. Bei einzelnen großen Wohlfahrtsaktionen sind die Mittel für diesen Zweck abgesondert aufzubringen (beisondere Steuern, freiwillige Sammlungen, Subventionen usw.). 8. Jede zentrale Wohlfahrtspflege hat/die Pflicht, alle an sie herantretenden Aufgaben vom Gesichtspunkte der Allgemeinheit zu behandeln. Also nicht der Einzel f a 11, sondern das Ganze ist im Auge zu behalten, also nicht Almosen, sondern Gerechtigkeit, nicht augenblickliche Hilfe, sondern Dauerfürisorge. Jede zentrale Fürsorge ist in ihren Mitteln zeitlich begrenzt. Andere Zeitverhältnisse, andere Mittel. 9. Der oberste Grundsatz aller zentralen Wohlfahrtspflege heißt: „Verstopfung der Quellen der A r m u t." Die Debatte. Br. iG r io ß s ie k ir. W Ii e is rni e y e ir beleuchtet die idealen Vorsehläge Br. Feitlhs von der praktischen Öefilte. Die Organisation, die auf andere Organisationen Einfluß nehmen müßte, habe nicht immer die erforderliche Durchsc'hilagiskinaflt.. Die Ei gemau sgaben der jüdischen Fürs orge zentrale in Frag seilen heute unbedeutend, all ein auf diie Dauer sei der -bloß ehrenamtliche Dienst, nicht haltbar. Die iS t u de n it e n f ür s o r g e seli 'heute von der Fürsorgezeintrale fast abgetrennt, doch werde die Fürsorge für die Dur oh wander e r weiterhin notwendig sein. Die Größe und geographische Lage unseres (Staates erfordere hier ein eimheitiliicheires Vorgehen als etwa in Deutschland, wo es neben der Zentralisierung der innerein Fürsorge eine getrennte Fürsorge für die Freunden geben könne. Sehr schwer sei bei uns das PirioMenr. den einzelnen kleinen Fürisorgesitellen ihren Wirkungsbereich;zu lassen und dabei die Autorität der F ü r s o r g e - zen trade zu wahren. Hier müßte unser Orden sich hinter die Fürsorgezentrale (Stellen und ihr jene Autorität verschaffen, der isiilch die anderen Kreise beugen. Von der Fürsoirgeizentrale müßten 'alle Aktionen beschickt werden. Leider läßt, diie an alter Ii ei de Unterstützung viel zu wünschen übrig. Die Logen sollten sich idiaifür einsetzen, daß eiin bestimmter Betrag für die Fürsorgezentrale aufgebracht werde, mit der sie rechnen könnte. Durch Anstellung einer neuen geeigneten Kraft würde dann die Arbeit ersjprie Büch werdein. Br. Zdegler (Karlsbad). Die Judenschlaft müsse für die Ideen einer modernen Fürsorge erzogen werden. Er rät. daß Br. Feiitih seine Thesen imiit Berücksichtigung unserer (hiesigen jüdischen Verhältnisse nochmals überprüfe und daß wir unis dann in den Logen mit seinen Gedanken und Vorschlägen als mit einer Hauptaufgabe besehäftilgen. Br. Groß (Humanitais) beantragt, 1. die Logen sollen siclh ins Mittel legen, daß die aufklärende Arbeit im iSdlnne Br. Feitlhs geschehe, 2. die Logen sind aufzufordern, für die Billdung von Orts verbänden zu .sorgen. Br. Hof mann (Philanthrop ia). Die Fürsorge ist nicht nur auf inländische Juden zu beschränken. Der Kampf .gegen dein Wanderbettel ist energischer durchzuführen. Durch ein Flugblatt könnte viel aufklärende Arbeit geleistet werden. Br. Fuchs (Ostiraviila.). Die jüdische Art der Wohltätigkeit ist nicht von heute auf morgen izu ändern. Die Beiträge sind darum so schwer zu erhalten, weil z. B. die Übelstände des Wandenbettels durch die Schaffung der Fünsorgezeaitrale noch nicht geschwunden sind. Die Mitglieder fühlen dadurch eine Art Mißstimmung. Durch aufklärende Arbeit, genaue Umschreibung des Zieles wird man auch reichlichere Mittel hereinbekommen.

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