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B'nai B'rith · 1926-05-01 · 5 (5.1926) · p. Seite 132

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
5 (1926)
Issue
5 (5.1926)
Date
1926-05-01
Page
Seite 132 (sequence 4)
Language
German
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132 Nicht um zu klagen, sondern um Abschied zu nehmen von dir, namens der Großloge Biiai B'rith und der in ihr vereinigten Logen lind Brüder und um dir in ihrem Namen Gruß und Dank zu entbieten. Wir grüßen dich als den vorbildlichen Kämpfer für unsere Ideale; wir grüßen dich als den Mann, der unsere Ideale in seinem Leben durch Taten verwirklicht hat. Du, der du hervorgegangen aus gut jüdischer Familie, aufgewachsen in bester jüdischer Tradition und der den hehrsten Sinn der jüdischen Lehre erfaßt und betätigt hast, die nicht auf konfessionelle Scheidung, .sondern auf Zusammenfassung der Menschen hinstrebt, die .das Allmenschliche über alles andere stellt, du hast diese Lehre auch in unseren Reihen vertreten und ihr Balm gebrochen. Der Glaube an die Menschen war es auch, der dich, trotz Silberhaar, bis in deine spätesten Tage jung erhalten. Du hast an Ideale geglaubt und dir sie bis in dein hohes Alter erhalten. Dadurch ist es dir auch gelungen, den innigen Kontakt mit den Jüngerem und Jüngsten zu erhalten, die dich, so wie wir alle immer als den im Geiste und Herzen Jugvn Hieben geehrt und geschätzt haben. Ich danke dir für all die Mühe und Zeit, die du uns und unserem Werke gewidmet. Ich danke dir für all die Arbeit, die du für uns innerhalb unserer Wände und draußen im Leben geleistet. Ich danke dir insbesondere für die Liebe und Freundschaft, die du jedem von uns alle Zeit bekundet. Klar sehe ich dich vor mir, als ich noch am vorletzten Tage deines Lebens dir die Grüße deiner Brüder entboten und ihren Wunsch verdolmetscht habe, es möge dir und uns besohieden sein, dich -bald in unseren Reihen wiederzusehen. Du hast mich verstanden und Freudentränen entquollen deinem schon matten Augen. Habe Dank für diesen stummen und doch so 'beredten letzten Ausdruck der Liebe und Freundschaft, die dich mit uns verbunden. Zu den großen Erfolgen deines Lehens rechne ich, daß ich heucheln müßte, wenn ich an deiner Bahre verzagend stehen würde. Nein, das WTerk, an dem du in so hohem Maße mitgewirkt, steht gefestigt und achtunggebietend da und wenn auch einer der Führer dahingegangen, so sind doch jüngere Hände bereit, an dein Werk Hand anzulegen, jüngere Kräfte, die an dir sich emporgerankt haben und die dein Werk in deinem Geiste fortzuführen bereit sind. In deinem Geiste zu wirken für Menschenaehtung, Menschenbefreiung und Menschenverbrüderung. Dies wollen wir und dieses Gelöbnis nimm hin als letzten Gruß deiner Brüder!" Und dann wurde die sterbliche Hülle Leopold Jerusalems der Erde übei geben. „Das Gefäß deiner Weisheit und Güte" — so hatte Br. Hermann die Trauerfeier geschlossen — „ist geborsten, sein kostbarer Inhalt wird aber fruchtbar fortwirken von Generation zu Generation!"

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