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B'nai B'rith · 1926-05-01 · 5 (5.1926) · p. Seite 131

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
5 (1926)
Issue
5 (5.1926)
Date
1926-05-01
Page
Seite 131 (sequence 3)
Language
German
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131 Freude an Kunst und Bildung, unverwüstlicher, schöpferischer Optimismus, Herz und Geist und Körper in bewunderungswürdiger Jugendfrische bis ins späteste Alter, — es sind dies nur einige wenige der vielen charakteristischen Züge, die das Bild Jerusalems aufweist. Und dann: der Dienst Leopold Jerusalems als treuesten Bruders meines geliebten Ordens, in den er zu Beginn des Jahres 1894 eingeführt worden war! In aufopfernder Beanitentätigkeit als Grüiidungsforuder der w. Pnaga und Humanitas, dreimal als Präsident der Bohemia, schließlich als Großvizepräsident suchte er seiner schönen Auffassung, die er vom Ordern hatte und die so sehr seinem eigenen reinen Wesen entsprach, Geltung zu verschaffen. Diese seine Auffassung vom Orden fand er am treffendsten in den Worten wiedergegeben, die Grililparzer im „Bruderzwist" Rudolf sagen läßt: ..Ich hab' erdacht im Sänn uns einen Orden, Den niiöht Geburt und niahlt Idas Schwert verleiht. Und FiräedensTtiititeir isoill die Schar imiir heißem. Die wälhl' ich aus den Bestem aller Länder, Aju.s Männern, die mäJeht dienstbar lilhreni Selbst, Nein, ihrer Brüder Not und battern Leddien; Auf daß isiie. weithin durch dlie Welt zerstreut, Entgegentreten fernher jedem Zwlisit, — — — — — — Nicht außen auf der Brust iträgt man den Orden, Nein, linnen. wo der Herzschlag dihn .erwärmt, Er siich beleibt am Puls des tlilelsten Lebens —" Und von diesem Mittelpunkte des Logenlebens aus, das für Jerusalem ein zweiter Beruf wurde, entfaltete er seine reiche, segenbringende soziale Tätigkeit, die allem voran, den Ärmsten der Armen, den Waisenikind e r n galt. Seine Verdienste um das Weinfberger KnabrnWaisenhaus sind unvergänglich. Am 4. Mai d. J. halben wir Leopold Jerusalem zu Grabe getragen. Eine unendlich große Schar treuer Brüder und Freunde, treuer Mitarbeiter und Diener, umstand seine Bahre. Nach warmen Worten von Br. Rabbiner Prof. Dr. Wein er entbot ihm Br. Expräs. Dr. Max Lasch einen tiefempfundenen Nachruf im Namen des Präsidiums des Waisenhauses, sodann Br. Präsident lug. Siegwart Hermann den Abschieds grüß seiner geleibten „Bohemia". Namens der Großloge (in deren Vertretung außer den Prager Mitgliedern des Generalkomitees noch die auswärtigen Br. Großvizepräsidenten Dr. Teltscher. Reicheniberg, ferner Dr. Wolf, Troppau, Dr. Hutter, Pilsen, Dr. Kornfeld, Brüx, sowie Br. Präsident Weis! der w. Union und eine viergliedrige Deputation der w. Alliance erschienen waren), sprach Br. Großpräsident Dr. Josef Popper: „Nicht um zu klagen, trete ich an deine Bahre, lieber Freund und Bruder, denn wer wollte klagen, wenn er ein Leben vollendet sieht, das reich an Erfolgen war wie selten eines, ein Leben, dahingegangen in Schönheit und Harmonie, ein Leben, durchglüht von Liebe und Freundschaft, ein Lehen, das nicht nur gedauert, sondern das wahrhaft gelebt wurde.

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