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B'nai B'rith · 1926-04-01 · 4 (4.1926) · p. Seite 123

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
5 (1926)
Issue
4 (4.1926)
Date
1926-04-01
Page
Seite 123 (sequence 37)
Language
German
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123 Bücher und Zeitschriften. Palästina in 300 Bildern, Einleitung von Sven Hedin. Mit ausführlich beschreibendem Text von Georg Landauer. (Meyer & Jessen, Verlag. München.) Der erste Eindruck: ein Meisterwerk künstlerischer Reproduktion. Palästina ist bekanntlich schwer zu photographieren: es ist die Wirkung der Farben, die das Land charakterisieren, nur selten auf der monotonisierenden Platte festzuhalten. Darum sind die meisten Bilder, die wir von Palästina zu sehen bekommen, öde und bedrückend. Hier ist das Rätsel wunderbar gelöst: das Malerische, das Erhabene und das Atmosphärische kommen gleichermaßen zur Geltung-. Der nächste Eindruck: es ist die ganze Fülle Palästinas vor uns ausgebreitet. Nicht bloß die neuen Siedlungen, sondern auch die historischen Stätten, nicht nur das jüdische, auch das christliche und mohammedanische Palästina ist hier im Bilde beisammen. Und schließlich: durch den kenntnisreichen, glänzend geschriebenen Anhang von Georg Landauer wird aus dem herrlichen Nebeneinander der Bilder eine geschichtliche Revue, die von klassischer Vergangenheit zu mittelalterlicher Romantik und zu wirklichkeitsfrohe Zukunft führt. In der Einleitung, die seine schönste palästinensische Reiseschilderung ist, sagt Sven Hedin: ..... neben diesem (historischen) Glänze, der über dem Lande schwebt, besitzt es noch einen anderen Reichtum: den seltsamen Reiz wunderbarer Landschaften und fesselnder Naturschönheit. Ich kann mich keines Flecks der Erde entsinnen, der einen tieferen und mächtigeren Eindruck auf mich gemacht hätte als Genezareth, das galiläische Meer." Immer wieder kann man diese Bilder durchwandern und jedesmal entdeckt man neue Schönheiten. Das Werk bietet denjenigen, die eine Reise nach Palästina machen wollen, die lehrreichste, unparteiische und unmittelbarste Vorbereitung; denjenigen, die eine solche Reise nicht machen können, gibt es eine Ahnung von dem einzigartigen Lande. Friedrich T h i e b e r g e r. Der Verlag teilt der Redaktion mit. daß neben der allgemeinen Ausgabe des Palästinawerkes, die 20 Mk. kostet, eine besondere Logen-Ausgabe zum Vorzugspreis von 12 Mk. erscheint. Der Verlag wird sich die sbezüglich an die einzelnen Logen unter B e i s c h 1 u ß eines Probeexemplars wenden. Die 1. Brüder werden auf das Werk und die außerordentlich günstige Bedingung jetzt schon aufmerksam gemacht. Max Brod und Felix Weltsch: Zionismus als Weltanschauung. (Verlag Dr. R. Färber, M.-Ostrau.) Äußere Anlässe in der geschichtlichen und seelischen Situation des Juden während der letzten Jahre haben Form und Inhalt der 33 hier vereinigten Aufsätze bestimmt. Politik, Wirtschaft. Kunst. Philosophie sind in ihren Kreis einbezogen und man staunt, wie die Fülle des Lebens von einem zentralen Punkte aus, den man als Politik anzusprechen gewohnt ist. durchleuchtet wird. Und darin vor allem liegt das Verdienst des Buches, daß es an immer neuen Beispielen klar macht, wie sehr der Zionismus im Geiste der beiden Autoren über eine bloße Parteidoktrin hinausgeht. Denn wenn man den Titel des Buches liest, fragt man sich zunächst: Ist es möglich, daß eine Bewegung, die doch nur das Judentum betrifft, selbst wenn sie noch so ethisch rein genommen wird, eine Weltanschauung, d. h. eine allgemein gültige Anschauung von den Dingen des Lebens werden kann? Aber sowie man nur den ersten Aufsatz von Weltsch „Der Einzelne und das Judentum" gelesen hat, weiß man, daß hier in der Tat eine allgemeine sittliche Weltanschauung verkündet wird, welche eben für den Juden in seiner besondern Struktur und geschichtlichen Aufgabe als Zionismus aufgezeigt werden kann. Mag sich der einzelne zum politischen Zionismus wie immer einstellen, diese bei aller

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