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B'nai B'rith · 1926-04-01 · 4 (4.1926) · p. Seite 122

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
5 (1926)
Issue
4 (4.1926)
Date
1926-04-01
Page
Seite 122 (sequence 36)
Language
German
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122 Amerika. Zu den Gründungen der amerikanischen Logen gehören die sogenannten H i 11 e 1 - S c h u 1 e n, die oftmals wie in Illinois den Universitäten angeschlossen sind und die Studenten, die sonst nirgends Gelegenheit finden, etwas vom Judentum zu erfahren, in die jüdische Geschichte und Literatur einführen. Diese Schulen tragen dazu bei, die Schranken zwischen Reformierten und Orthodoxen niederzureißen. Im Vorjahr wurden neue Hillel-Schulen in Wisconsin und Ohio eingerichtet, die außerordentlich gut besucht sind. Eine andere Gründung der Logen für Knaben und Mädchen im Alter von 16—21 Jahren ist der Jugendklub A. Z. A. Der Name ist aus den Anfangsbuchstaben der Worte Aleph (Anfang von allem und jedem), Zedakah (Wohltätigkeit), Achduth (Eintracht) zu erklären. Die Klubmitglieder tragen eine eigene Kleidung, in welche diese 3 Buchstaben eingenäht sind, haben ein besonderes Rituale, und sollen zu Führern der B.-B.-Logen erzogen werden. Das Märzheft des B'nai-B'rith- Magazine ist diesen Jugendgruppen gewidmet. Im gleichen Heft wird aus Anlaß von Sigmund Freuds siebzigstem Geburtstag über die Ausbreitung der psychoanalytischen Bewegung über alle Länder berichtet. Freuds Verhältnis zu Jung, zu Adler, zu Stekel wird ausführlich behandelt. England, Rußland, Italien, Polen, Deutschland, Ungarn hat hervorragende Juden in die Reihe der Psychoanalytiker gestellt. Auch in Palästina hat sich 1922 ein Kreis von Anhängern der Psychoanalyse gebildet. Anreger war Dr. Eder, unter den Mitgliedern wird auch Br. Dr. H. Bergmann, erwähnt. Kurze Chronik. Bekanntlich haben die Judenverfolgungen auf der Pyrenäischen Halbinsel zur Zeit der Inquisition zu vielen scheinbaren Übertritten zum Christentum geführt. Diese Scheinchristen heißen M a r r a n e n. Sie sind unter der übrigen Bevölkerung aber nicht aufgegangen und haben sich bis zum heutigen Tag erhalten. Wie Lucien Wolf bei der Tagung der Anglo-Jewish-Association berichtete, ist die Rückbewegung zum Judentum unter den Marranen Portugals besonders stark. — Am 2. April d. J. jährte sich zum 120mal der Geburtstag des Vorkämpfers der Emanzipation in Deutschland Dr. Gabriel Riessers. — Samuele S a 1 o m o n e, der Vorsitzende des Obersten römischen Gerichtes, wurde mit einem der höchsten Orden ausgezeichnet. •—■ In Paris ist gegenwärtig eine so große ostjüdische Kolonie, daß dort seit Jänner zwei Tageszeitungen in jiddischer Sprache erscheinen. — Die litauischen Faszisten versuchten in Linkewa eine Ritualmordhetze zu inszenieren. — In Bialystok sind 600 jüdische Häftlinge unter der Beschuldigung, Kommunisten zu sein, interniert, — Eine Untersuchungskommission des Joint hat festgestellt, daß in Polen für 12.000 Vollwaise und 15.000 Halbwaise zu sorgen ist, — K. E. Franzos' handschriftlicher Nachlaß ist von dei Wiener Stadtgemeinde erworben worden. — Am 1. Jänner d. J. zählte die National- und Universitätsbibliothek in Jerusalem 125.000 Bände.

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