B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 5 (1926)
- Issue
- 4 (4.1926)
- Date
- 1926-04-01
- Page
- Seite 117 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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117 last not least — das Vortragsthema seifest gewannen ihm alle Herzen. Dabei ist Freund ein Fanatiker der Wahrheit, er hat das Bestreben vollständig wahr zu sein, sich selbst und anderen gegenüber. So ist es natürlich, daß ein Vortrag von ihm stets ein Festtag für die Loge war und stürmischer, nicht endenwollender Beifall brachte ihm die Verehrung, die Liebe und nicht zuletzt die Dankbarkeit der Brüder zum Ausdruck. Es ist selbstverständlich, daß die Loge als Ganzes und jeder einzelne den regsten Anteil nimmt an allem, was ihn und seine Familie betrifft und daß alle glücklich sind, ihn nach langer Krankkeit wieder gesund zu wissen. Mit Vergnügen erinnere ich mich der Sitzung vom 18. März 1902, wo die Brüder mit aufrichtiger Freude ihn als 'an demselben Tage ernannten Professor der Universität Wien begrüßen konnten. In den Jahren 1900—-1902 beteiligte er sich rege an den Diskussionen, die zur Gründung der zweiten Loge führten, war auch Mitglied des Gründungskomitees derselben, in welchem er sofort seinen intimen Freund und früheren Mitarbeiter Dr. Oskar Rie für die neue Loge ,.Eintracht" anmeldete. In den ersten 10 bis 12 Jaliren seiner Zugehörigkeit zum Orden fehlte er selten in einer Versammliung oder einer Komiteearbeit. Später nahm ihn seine berufliche und wissenschaftliche Tätigkeit so in Anspruch, daß er beim besten Willen nicht die Zeit fand, oft zu uns zu kommen; von einem Bruder nach dem Grunde befragt, meinte er launig, er sei jetzt täglich Ibis in die Nacht hinein beschäftigt, er habe ein kleines Zipfelchen am Vorhange des Bildes zu Sais gehoben und müsse dies nunmehr büßen. Bis znim heutigen Tage ist Br. Freud intensiv beschäftigt und findet nur selten Zeit zu seiner Erholung. Es wird immer ein Stolz der „Wien" sein, daß er sich mit seiner Arbeit über „Traumdeutung" der ersten Stufe, von der aus er seine neue Lehre der Welt verkündete und die erst im Jahre 1900 im Druck erschien, 1897 in einem Vortrage vorgestellt hat, der wie schon gesagt, die ungeteilte Aufmerksamkeit und Bewunderung der Brüder fand. Seine weiteren Vorträge, welche in den letzten Jahren infolge seiner zeitraubenden angestrengten Arbeit, später wegen seiner Erkrankung leitler aufhörten, betrafen folgende Themen: Über .^Seelenleben des Kindes", „Fecondite von Zola", „Zufall und Aberglaube", „Ziele und Zwecke des U. 0. B. B." als Einleitung zu einer mehrere Sitzungen anhaltenden Diskussion. „Stellung der Frau im Rahmen unseres Logenlebens", „Hanimurabi", „Psychologie im Dienste der Rechtspflege", „Kindertaufen", „Das Hamletproblem", ..Was ist Psychoanalyse", „Wir und der Tod",