B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 5 (1926)
- Issue
- 3 (3.1926)
- Date
- 1926-03-01
- Page
- Seite 78 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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7s stellt werden und die gewählten Abgeordneten verpflichtet werden, sich zu einem Klub zusammenzuschließen. — In Klausenburg ist eine neue Loge „Scholaum" gegründet worden. Palästina. Anläßlich seines Aufenthaltes in Cincinnati hatte Br. E. W. Lewin- Epstein, der im Ja'hre 1890 die Kolonie Rehobot mitgründete und Organisator der Kannel-Comp. ist, bei einer Sitzung des h. w. Exekutivkomitees Gelegenheit, über das Logenleben in Palästina zu berichten. Die Loge in Tel A w i w hat gegenwärtig ungefähr 200 Mitglieder und könnte noch um ein Vielfaches wachsen, wenn sie ein eigenes Gebäude hätte. Der Bürgermeister von Tel Awiw ist z. Z. Präsident der Loge. Es wird ein Verzeichnis der Einwandererfamilien geführt, die sich in lebenswichtigen Fragen an die Loge wenden. Es besteht die Absicht, bei den amerikanischen Brüdern eine in zehn Jähren rückzahlbare Anleihe von 5000 Dollars zum Bau des Logenheimes aufzunehmen. Dadurch würde die Gartenstadt Tel Awiw für die immer steigende Zahl von Brüdern, die Palästina besuchen, zum natürlichen Mittelpunkte. Amerika. Das h. w. Exekutivkomitee bewilligte die Installierung vom fünf neuen Frauenlogen, die ähnlich wie im Distrikte ..Orient-' den Männerlogen angegliedert sind: doch besitzen ihre Vertreterinnen weitgehende Rechte bei den Großlogentagungen. Gegenwärtig umfaßt der amerikanische Distrikt I 64 Logen (darunter 16 in New York) sowie 27 Frauenlogen. In den Logensitzungen sollen dem Wunsche des h. w. Exekutivkomitees entsprechend interessante Tagesereignisse besprochen werden. Zu diesem Zwecke werden den einzelnen Logen die ..Jüdische tägliche Zeitung" durch drei Monate unentgeltlich von der Leitung zugeschickt werden. — Die Jännerausgabe des B'nai B'rith Magazines ist der Frage der jüdischen Landarbeit gewidmet. Die größten (jüdischen Kolonien sind in Argentinien. In den Vereinigten Staaten allein gibt es an 15.000 jüdische Farmerfaniilien. von denen Boden im Werte von etwa 100 Millionen Dollars bearbeitet wird. In Kalifornien, dem Lande der größten Eierproduktion spielen Juden als Geflügelzüchter eine führende Rolle. Im Weingebiete Ohios liefern .die Weinberge der Juden drei Viertel der gesamten Ernte. Diese Farmer erhalten jüdische Schulen und schließen sich zu Gemeinden zusammen. In der von Baron Hirsch gegründeten Bodenkulturschule und nationalen Farmschule wird für die Ausbildung der jüdischen Landarbeiter gesorgt. Eine jüdische Gesellschaft für Landwirtschaft hat den größten Einfluß auf die materielle und kulturelle Förderung der Landarbeiter. Die Resultate zeigen, daß sich der Jude, so wie die Verhältnisse es ermöglichen, in der Landwirtschaft mit Ei-folg zu betätigen vermag. UMSCHAU. „Zeitungsdeutsch — Judendeutsch". In einem Schriftchen „Was heißt völkisch?" betrachtet Max Wundt neben verschiedenen Umständen und Kräften natürlicher, gesellschaftlicher und geschichtlicher Art auch die Sprache auf ihre Bedeutung für das Volk. Dabei weist er auch auf die Gefahren hin, die der Sprache drohen und meint: „Schlimmer (als das Fremdwort) ist eine andere Gefährdung unserer Sprachgemeinschaft, der Gebrauch unserer Sprache in dem Munde Blutsfremder. Wir reden gern vom Zeitungsdeutsch, ich möchte lieber vom J nd e n deutsch reden, denn es ist der Gebrauch unserer Sprache in dem Munde derer, die aus dem Bewußtsein ihres Blutes heraus kein Verständnis für ihren Klang und ihr Maß besitzen. Daß der Jude ein völlig anderes Sprachgefühl besitzt als wir, ist selbstverständlich." Karl V o s s 1 e r, ein Sprachforscher von europäischem Ruf, glossiert diese Äußerung im ..Morgen". ..Wissenschaftlich schwebt seine Lehre völ-