B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 5 (1926)
- Issue
- 3 (3.1926)
- Date
- 1926-03-01
- Page
- Seite 77 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/9582244-9582244-9598440-9598504--1015-9598525- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
77 empfohlen, oder die Präger Ohelcicky - Friedensgesellschaft hat die Gründung einer Esperantosektion in ihren Reihen gestattet, aber gerade die großen, einflußreichen 'humanitären Orden sind an der Esperantobewegung fast achtlos vorübergegangen. Für uns als Angehörige eines jüdischen Ordens, dürfte sich wohl erst recht die Frage ergeben, ob wir gegenüber diesem sittlich-kulturellen, von Erfolg zu Erfolg schreitenden Werke jüdischer Herkunft auch weiter noch bloß Zuschauer bleiben sollen. Aus anderen Distrikten. Österreich. Die Wiener Logen veröffentlichen in den „Mitteilungen" ihre Jahresberichte. Die weitaus größte Loge ist die w. „W i e n" mit 861 Mitgliedern. Bemerkenswert ist ein Beschluß auf Bestellung „einführender" Brüder, denen es obliegen soll, die neuaufgenommenen Brüder in der Loge bekannt zu machen, sie im Sitzungsbesueh zu kontrollieren, ihre Neigungen festzustellen und sie zu einer entsprechenden Logenarbeit heranzuziehen. Ein eigenes Komitee beschäftigt sich mit der Werbung von Mitgliedern für das Meraner Asyl. Unter den Zuwendungen seien die Spenden von 3400 S für den Bieren Hajessod. von 560 8 für den Jüdischen Nationalfond und von 90 S für die Jerusalemer Universität erwähnt. — Die w. „E i n t r a c lh t" (263 Mitglieder) kann auf eine besondere soziale Fürsorge hinweisen. Unter der Patronanz dieser Loge stehen der Wiener Kinderhort, das Sommerheim für Brüder und Angehörige in Seebenstein, die Ferienkolonie in Kasten, die Toynbeehatlle und die Heimstätte für verlassene jüdische Kinder. Der Bericht hebt den Anteil der Loge an der Palästina-Aktion besonders hervor. — Die w. ,.WT a h r h e i t". die 137 Mitglieder zählt, widmet ihre Fürsorgetätigkeit in erster Reihe der jüdischen Mensa und dem Lehrlingsheim Baumgarten, in welchem 83 verwaiste Lehrlinge Wohnung und Verpflegung finden. Für den Keren Hajessod wurden 5341 S. für den Jüdischen Nationalfond 743 S. kleinere Beiträge dem Hechaluzverbande und der Bibliothek in Jerusalem gespendet, Das jüdische Museum in Wien wird von dieser Loge ganz besonders gefördert. — Die w. ..Massada h" (72 Brüder) erblickt das Hauptziel ihrer Tätigkeit in der Fürsorge für Kriegswaisen und Jugendliche sowie für den Hechaluz. In den Diskussionen nahm der Gedanke eines jüdischen Gemeindebiindes in Österreich einen großen Raum ein. — Anläßlich des Zionistenkongresses in Wien haben alle Logen eine gemeinsam Festsitzung veranstaltet. — An der Sitzung des Generalkomitees vom 1. Feber d. J. nahm Br. Großsekretär W i e s - meyer als Vertreter des tschechoslowakischen Distriktes teil. Deutschland. Bekanntlich gibt es in Deutschland eine Gruppe nationaldeutscher Juden, deren Programm deutsche Gesinnung. Abschluß von Juden aller anderen Staaten. Bekämpfung des Zionismus und des jüdischen Liberalismus ist. In den Mitteilungen des Verbandes der nationaldeutschen Juden erscheint eine Artikelserie, die sich gegen den Beitritt der natiionaldeutschen Juden zu unserem Orden ausspricht. Der Geschäftsausschuß der deutschen Großloge kam zu der Entschließung, daß es unter seiner Würde sei. auf die Artikel einzugehen. — Die Großloge ist von der Falaschakommission gebeten worden, die Entsendung eines Lehrers an die jüdische Schule und einen Betrag zu bewilligen. Das Werk wird von der deutschen Regierung eifrig gefördert. Dem Generalkomitee wird die Unterstützung empfohlen werden. Rumänien. Der Exgroßpräsident der rumänischen Großloge Br. Dr. Adolf Stern hat die Anregung zur Gründling einer vereinigten jüdischen Partei gegeben: es sollen überall einheitliche Listen aufge-