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B'nai B'rith · 1926-03-01 · 3 (3.1926) · p. Seite 75

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
5 (1926)
Issue
3 (3.1926)
Date
1926-03-01
Page
Seite 75 (sequence 19)
Language
German
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75 im großen reichsdeutschen Adreßbuch für Industrie, Gewerbe und Handel sowie in der allwöchentlichen Beilage de« Berliner Tagblattes — und daß schließlich Rudolf Mosse nunmehr daran geht, eine umfangreiche billige Weltliteratur in Esperantoübersetzung herauszugeben. Am 21. September 1922 lag nun der Völkerbundversammlung der umfassende Bericht des Generalsekretäre vor. Mit dem Berichte wurden zwei Anträge vorgelegt, die der Franzose Reynald im Namen jener Kommission stellte, in welcher der Deliegierte für Südafrika, der Oxforder Gelehrte Murray, die denkwürdigen Worte gesprochen: ,.Icih als Philologe bewundere den sprachlichen Aufbau des Esperanto." Die beiden Anträge waren: 1. den Bericht des Generalsekretärs über Esperanto als Hilfssprache anzunehmen; 2. die Kommission für intellektuelle .Zusammenarbeit um eine Meinungsäußerung zu ersuchen. Die seinerzeitige nationale französiche Regierung suchte ihrer Gegnerschaft gegen Esperanto im eigenen Lande Ausdruck zu geben, und zwar durch ein Rundschreiben ihres Unterrichtsministers an alle Anstalten, den Esperantounterricht zu verbieten. Allein mit dem bald nachher erfolgten Wechsel der französischen Regierung sollte nicht nur in Frankreich selbst dem Esperanto ein besseres Los beschieden sein, es sollte auch der ursprünglich hemmende Einfluß der französischen Regierung auf die Stellungnahme des Völkerbund eis zur Esperantosache sich ändern. Als am 1. März 1924 der internationale wissenschaftliche Kongreß zur Förderung der Handelsbeziehungen unter den Völkern vom Bürgermeister von Lyon, dem französischen Ministerpräsidenten Herriot, eröffnet wurde, da erklärte dieser, daß er das gegen Esperanto gerichtete ministerielle Rundschreiben mißbillige, denn man müsse mit allen möglichen praktischen Mitteln die unmittelbaren Beziehungen unter den Völkern zu erleichtern tracht e n, und unter seinem Vorsitz nahm der Lyoner Kongreß eine Resolution an. in welcher der sofortige Unterricht und Gelbrauch des Esperanto empfohlen wurde. (Schon im April 1923 hatte die italienische Handelskammer für die (Schweiz eine Handelskonferenz nach Venedig einberufen, mit dem Programme, die Erfahrungen über den Gebrauch und Wert des Esperanto für Handel. Mustermessen und Touristik auszutauschen. 208 Organisationen aus 23 Ländern waren vertreten, darunter 84 Handelskammern aus Europa, je 2 aus Amerika, Afrika, Asien und Australien, 21 große Mustermessen Europas, 30 touristische Gesellschaften, 7 Handels- und Finanzministerien, etwa 60 industrielle Unternehmungen. Die Resolutionen zielten dahin, den Handelskammern, ökonomischen Gruppen und Verkehrsbureaus zu empfehlen, die rasche Verbreitung des Esperanto zu fördern und sich um die Einführung seines Unterrichtes an den Handelsschulen aller Länder zu bemühen. Und wenn heute bereits Esperanto unter der Kaufmannschaft einiger Länder, z. B. Japans. Verbreitung gefunden und ein Großteil der Mustermessen sich bei seiner Reklame des Esperantos bedient, so ist dies nicht zum geringsten Teile als Erfolg der Konferenz in Venedig anzusehen. Auf dem im April 1925 sattgefundenen ersten internationalen Kongresse der Radioamateure in Paris wurde der Beschluß gefaßt, den Radiostationen zu empfehlen, wenig-

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