B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 5 (1926)
- Issue
- 3 (3.1926)
- Date
- 1926-03-01
- Page
- Seite 63 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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- Aleppo 2× ep/1047811
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63 Konstatierung richtig, aber es ist nicht als ein Minus zu werten, sondern was die Juden an Poesie und an ihren heiligen Büchern der Menschheit geschenkt haben, hält an monumentaler Qualität den Vergleich mit jeder Leistung der bildenden Künste des Altertums aus. Das B a u p r o g r a m m für die Errichtung der Synag o g e n wird schon im Talmud mit gewissen Vorschriften festgelegt. Ein Tempel soll ans einem Vorhof, Ulam gemannt, aus einem Innenraum (Hechal) und dem Allerheiligsten (Kodsche-Kodeschim) bestehen. In der Mitte des Tempels ist ein Benin, d. i. erhöhtes Podium, später Almemor genannt, für das Vorlesen der Thora bestimmt. Der Thorasehrein oder Aronhakodesch soll immer gegen Osten, respektive gegen Jerusalem gerichtet sein. Die Synagoge selbst soll auf einer erhöhten Stelle gebaut werden und soll von keinem Hause in der Umgebung überragt werden. Im Allgemeinen sieht man auch bei den meisten Synagogen eine tiefere Lage des Fußbodens gegenüber dem umgebenden Straßenniveau, was uft durch das Ps&lmenwort erklärt wird: ..Ans der Tiefe rufe ich zu Dir, o Herr!" ,.Bema"' ist ein talmudisches Wort, wogegen „Alimemor" aus dem arabischen ..Almimbar" erklärt wird, was so viel wie eine Moscheekanzel bedeutet und wohl erst aus der Zeit der Juden in Spanien datiert. Diejse Vorschriften des Talmuds, die in gewissen Synagogen genau eingehalten werden, wie in der Synagoge in Aleppo, werden dann in den Synagogen des Mittelalters in Europa fast überall befolgt. In der Geschichte des Synagogemibaues ist die Periode der Juden in Spanien besonders interessant. Es ist die glücklichste Epoche der Juden im mittelalterlichen Europa, wo sie unter einem außerordentlich hochstehenden Volke mit hochentwickelter Baukunst als gleichberechtigte Bürger leben durften, und es traf sich besonders glücklich, daß der damals entstehende maurisch-arabische Styl sich für den Bau der Synagogen auch rituell für Juden vollkommen eignete, indem er bildliche Nachahmungen ebenso vermied und eine glänzende Verweil hing von Pflanzenornamenten, Fayence-Verzierungen. Wamdinkrustationen und der außerordentlich malerisch winkenden arabischen Schriftzeichen benützte. Das ist der einzige lebende Stil, in dem die Juden seinerzeit prächtige Synagogen bauten, in Toledo, jetzt die Kirche El Transite, in Cordova, die von einem jüdischen Baumeister Isaak Mehaab ibn Efraiin gebaut wurde, dann die jetzige Kirche Santa Maria la blanca in Toledo und die schönste Kirche von Sevilla, Sant Bartolomae. In Europa, nördlich der Alpen, bauen die Juden, die in frühem Mittelalter schon in Ghettos gesperrt werden, Parias der Gesellschaft sind, geächtet und verachtet ihr ganzes menschliches Denken und Fühlen in ihr Inneres verschließen müssen, Synagogen, die ein Abbild ihrer selbst sind. In die unglaulicih schimalen Gassen des Ghetto eingebaut, sind ihre Synagogen außen, kahl und schmucklos und jede künstlerische Ausschmückung wird nach innen verlegt. Die Architektur ist häufig so wie ihre Sprache ein Jargon von Architekturformen ihrer Umgebung, aber trotz allem voll von erhabener Wirkung. Die Synagogen