B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 5 (1926)
- Issue
- 3 (3.1926)
- Date
- 1926-03-01
- Page
- Seite 61 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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61 gegraben sind. Der Erbauer der Stdftshütle war Bezalel ben Uri, von dem es im 2. Bach Moses heißt: ..... und habe ihn Bezalel erfüllet mit 'Irin Geiste Gottes, mit Weisheit, Verstau l und Erkenntnis und mit allerlei Werk." Also wirklich alle Eigenschaften eines gottbegnadeten Künstlers. In der ganzen Zeit der Richter wir 1 dieses Programm, Gott keine (lauernde Knltstätte zu errichten, weiter streng befolgt. Der Altar, auf dem geopfert wird, darf nur jeweilig aus unbehauenen Steinen aufgeschichtet werden, ohne daß ein eisernes Instrument «den Stein berühren soll. Es dürfen keine Stufen zum Altar führen, damit der Opfernde seine Blöße nicht zeige. Selbstredend bricht trotzdem im Volke der Trieb nach bildnerischer Nachahmung immer wieder durch und muß oft blutig unterdrückt werden. Gott selbst läßt immer wieder durch den Mund seiner Propheten verkünden, daß er kein Haus und keine Stätte nötig habe, wo er verehrt werden wolle. Erst in der Blütezeit des Königstums unternimmt es Salomo. einen Tempel zu Ehren Gottes zu (bauen. Zu diesem Zwecke muß er sich an Iiiram. König von Zor, das ist Phöniziern wenden, um von ihm für den Bau Zedern vom Libanon und auch Bauleute zu erbitten. Denn es war sicherlich damals in Israel kein Künstler, der genug Erfahrung und Tradition besessen hätte, einen großartigen sakralen Bau aufzuführen. Die Phönizier dagegen hatten die dm Tempelbau und in der Bearbeitung des Materials nötige Erfahrung, erforderte doch ihr Baal- und Astarte- Kultu> großartige Tenipellbautjen mit Vorhöfen und Plätzen. S a 1 o m o s T e m p e 1. der im Buch der Könige in groben Umrissen beschrieben ist. von dem eine ganze Zahl Rekonstruktionen versucht, wurden, hat jedenfalls alle heidnischen Elemente entfernt und sich dem jüdischen Gottesgedanken ganz angepaßt. Als Verzierungen hören wir nur von Palmen, aufbrechenden Blüten und nur im Allerheiligsten über der Bundeslade die Cheruibgestalten mit ausgebreiteten Flügeln. Während beim Bau der Stiftshütte Bezalel ben Uri als Künstler genannt wird, ist beim Tempel Salomos keines Baumeisters Erwähnung getan, nur Adoniram wird als Befehlshaber über die Fron verrichtenden Israeliten angeführt. Es ist ganz interessant, daß die Juden zur Zeit der Entstehung des Talmuds gewissermaßen diesen Bau des Tempels, als gegen das Gesetz verstoßend, entschuldigen wollten und es entstand in der Haggada die: schöne Erzählung vom Schamir. Schamir war ein Wunde rstein. nach gewissen Überlieferungen auch eine Art Wurm, der bei Berührung mit Werksteinen diese sofort spaltete oder ihnen die gewünschte Form gab. Der Schamir war in Obhut von gewaltigen Geistern, um ihn zu erlangen mußte eist der Geisterfürst Asanodai beschworen werden. Salomo< sendet seinen tapfern Knappen Benajahu Benjehojada aus, der mit außerordentlicher List sich des Asmodad bemächtigt, ihn vor Salomo bringt. Nach einer abenteuerlichen Reise in eine ganz entlegene Wüste wird auf einem unzugänglichen Felsen in einem Adlerhorst der Schamir gefunden und dem Salomo gebracht und so der Bau des Tempels nach Vorschriften der Thora ermöglicht. Nach der Zerstörung des salomonischen Tempels errichteten die Juden im babylonischen Exil, um Gottesdienst halten zu